Schlacht um Time Warner Firmenjäger Icahn droht Schlappe
New York - Wie die "New York Times" (NYT) heute in ihrer Onlineausgabe berichtete, verlangt Icahn nur noch, dass Time Warner mehr eigene Aktien zurückkauft. Zudem fordert der Milliardär demnach Zusagen für höhere Einsparungen bei dem Medienkonzern.
Damit würde sich der für sein aggressives Geschäftsgebaren gefürchtete Icahn von Plänen zur Zerschlagung von Time Warner verabschieden. Der Firmenjäger und eine von ihm geführte Investorengruppe halten rund 3,3 Prozent der Time-Warner-Aktien. Wie Icahn bislang stets erklärte, sind die Einzelteile mehr Wert als das ganze Konglomerat. Und so sollte der Konzern nur noch die TV-Sender CNN und HBO sowie die Filmsparte mit dem Hollywood-Studio Warner Bros. behalten. Die Onlinesparte AOL, die Verlagssparte und Time Warner Cable, der zweitgrößte Kabelfernseh-Systembetreiber der USA, sollten abgespalten werden.
Allen voran Time-Warner-Chef Richard D. Parsons hatte die Idee einer Zerteilung jedoch stoisch zurückgewiesen. Auch als Icahn den Konzernlenker attackierte und lautstark dessen Rücktritt forderte, ließ dieser sich nicht aus der Ruhe bringen. So hatte Icahn Parsons für strategische Fehlentscheidungen bei Time Warner persönlich verantwortlich gemacht.
Icahns Pläne hätten bei den Investoren aber keinen Widerhall gefunden, schreibt die "NYT". Icahn habe sich in den vergangenen Tagen mit Parsons getroffen und seine massiven Forderungen auf wenige Punkte reduziert, hieß es. Beobachter werten die sich abzeichnende Entwicklung dann auch als Punktsieg für Parsons. Beide Seiten wollten sich zu dem Bericht nicht äußern.
Zudem hat Icahn offenbar Pläne ad acta gelegt, wonach er den Time-Warner-Verwaltungsrat unter seine Kontrolle bringen wollte. Die Icahn-Gruppe habe angedeutet, dass sie nur fünf Verwaltungsratsmitglieder für das 14 Mitglieder umfassenden Gremium nominieren wolle, hieß es.
suc, dpa-AFX