Schlapper Dollar: Euro erreicht historischen Höchststand - DER SPIEGEL
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Schlapper Dollar Euro erreicht historischen Höchststand

Der Euro hat im Vergleich zum Dollar den höchsten Wert seiner Geschichte erreicht. Die europäische Gemeinschaftswährung notierte bei 1,3682 Dollar und lag damit über dem bisherigen Rekordstand vom Dezember 2004.
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Frankfurt - Der Dollar ist damit für Deutsche so günstig wie zuletzt vor mehr als elf Jahren. Analysten machen vor allem die unterschiedlichen Konjunkturentwicklung in den USA und in Europa für den Kursanstieg verantwortlich: Während in Europa die Konjunktur brummt, schwächt sie sich in den USA seit Monaten ab. 2004 hatte der Euro ein Niveau von 1,3666 Dollar erreicht.

Die anhaltende Stärke des Euro belastet die Exportwirtschaft in der Eurozone nach Einschätzung von Experten allerdings bisher kaum. Nicht nur die Wirtschaft des Exportweltmeisters Deutschland, sondern auch die französische Wirtschaft hat die Stärke des Euro bisher gut verkraftet. So haben sich zuletzt nicht nur der ifo-Geschäftsklimaindex, sondern auch sein französisches Pendant, der INSEE-Geschäftsklimaindex positiver als erwartet entwickelt.

"Der jüngste Anstieg des Euro war nicht so stark wie beispielsweise im Jahr 2003", sagte Ökonom Jürgen Michels von der Citigroup. Daher könne die Wirtschaft diese Veränderung gut verkraften. Mit einer Verzögerung von einem halben Jahr dürfte sich der Kursanstieg jedoch negativ auf die Exporte auswirken. Solange die globale Nachfrage stark sei, erwachse daraus jedoch kein Problem.

Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka Bank, verwies zudem darauf, dass die meisten Exportunternehmen Wechselkursrisiken auf Sicht von sechs bis neun Monaten abgesichert hätten. "Erst nach diesem Zeitraum macht sich der Kursanstieg bei den Unternehmen bemerkbar." Daher seien die Klagen aus der Wirtschaft bisher eher verhalten ausgefallen. Zudem sorge die robuste Weltwirtschaft für anhaltend gute Exportchancen.

Deutsche Wirtschaft gut gerüstet

"Deutschland kommt vor allem wegen seiner Exportpalette besser als Frankreich oder Italien mit der Euroaufwertung zurecht", sagte Kater. "Deutschland exportiert hochwertige Qualitätsgüter bei denen der Preis nicht die entscheidende Rolle spielt." Größere Probleme mit ihrer Exportpalette als die Franzosen hätte jedoch die Italiener, die vor allem im Lowtech-Bereich exportierten. "Deutschland profitiert hier von der gemeinsamen Währung", sagte Kater. In ähnlichen Situationen seien vor der Euro-Einführung auch die anderen europäischen Währungen zur Deutschen Mark oft abgewertet worden. Diese Möglichkeit gebe es jetzt jedoch nicht mehr.

Sollte die Stärke des Euro anhalten, dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) es beim nächsten Zinsschritt auf 4 Prozent bewenden lassen, sagte Schmieding. Wichtig sei jedoch, wie stark sich die Weltwirtschaft entwickle. Derzeit liegt der Leitzins bei 3,75 Prozent. Sollte die Weltwirtschaft robust bleiben, könne die Wirtschaft durchaus einen Wechselkurs von 1,40 Dollar verkraften, sagte Schmieding.

mik/dpa-AFX/Reuters