Schlechte Aussichten GM schockt mit Gewinnwarnung
Zurückhaltung übte der Konzern auch mit Blick auf das zweite Quartal: Hier rechnet GM zumindest mit einem Gewinn vor Sonderposten von einem Dollar, nach 1,84 Dollar im ersten Quartal. Analysten hatten für das Geschäft von April bis Juni bislang durchschnittlich mit 1,46 Dollar gerechnet. Für das dritte und vierte Quartal kündigte der Konzern lediglich an, profitabel arbeiten zu wollen, ohne konkrete Zahlen zu nennen.
An der New Yorker Börse wurden die Nachrichten mit Enttäuschung aufgenommen. Die im Dow Jones Industrial Average notierte Aktie lag wenige Minuten nach Handelseröffnung mit 3,16 Prozent bei 34,98 Dollar im Minus.
Im abgelaufenen ersten Quartal hatte General Motors dank des Verkaufs der von GM Defense, der positiven Entwicklung im europäischen Autogeschäft und einem Rekordgewinn bei seiner Finanzierungstochter GMAC seinen Gewinn von 0,57 Dollar auf 2,71 Dollar gesteigert.
Für die Finanzierungstochter GMAC (General Motors Acceptance Corporation) entpuppten sich die ersten drei Monate des Jahres als Rekordquartal: Der Gewinn kletterte um fast 60 Prozent auf 699 Millionen. Auch der bislang von General Motors kontrollierte Satellitenbetreiber Hughes, bei dem sich die News Corp. des australischen Medienunternehmers Rupert Murdoch in der vergangenen Woche einen Anteil von knapp 34 Prozent gesichert hatte, drückte seinen Verlust von 146 Millionen auf 54 Millionen Dollar.
Autogeschäft in Nordamerika flau
Während das Autogeschäft in Europa durch die Umstrukturierung bei der deutschen Tochter Opel vorankomme, zeigte sich Unternehmenschef Rick Wagoner vom Abschneiden auf dem Heimatmarkt enttäuscht. Trotz der zahlreichen Kaufanreizprogramme war der Gewinn im Nordamerikageschäft im ersten Quartal von 654 Millionen auf 548 Millionen zurückgegangen. Der Marktanteil sackte von 28,2 auf 26,6 Prozent. Weltweit stieg der Gewinn von 496 Millionen auf 546 Millionen Dollar. GM Europe (Opel, Saab) reduzierte den Verlust von 125 Millionen auf 65 Millionen Dollar.
Wagoner zeigte sich jedoch zuversichtlich, den Markt mit einer Modelloffensive in den USA und in Europa "aufräumen" zu können. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern in den USA mit einem moderaten Wirtschaftswachstum und mit einem Absatz der gesamten Branche im "unteren bis mittleren 16-Millionen-Bereich". In Europa könnten die Autohersteller nach Schätzung des Unternehmens voraussichtlich knapp 19 Millionen Fahrzeuge absetzen.