Schlechte Bilanz Boeing-Gewinn halbiert sich
Chicago - Die Wirtschaftskrise trifft Boeing mit Wucht: Die Preise für Flugzeuge verfallen, die Produktion größerer Maschinen muss gedrosselt werden - in der Folge ist das Nettoergebnis des US-Flugzeugbauers deutlich gesunken.
In den ersten drei Monaten des Jahres fiel es um 50 Prozent auf 610 Millionen Dollar, wie der Airbus-Konkurrent am Mittwoch bekanntgab. Daher kappte der Konzern seine Erwartungen für das Gesamtjahr und peilt nun einen Gewinn je Aktie 4,70 bis 5 Dollar an.
Analysten reagierten auf die Bekanntgabe positiv. Sie hatten mit einer noch stärkeren Prognosesenkung gerechnet. In New York eröffnete die Boeing-Aktie daher rund drei Prozent im Plus.
Die Marktbedingungen sind derzeit nicht nur für Boeing schwer. Fluggesellschaften schieben wegen der Rezession neue Bestellungen auf oder sagen sie ganz ab. Boeing im Speziellen verbuchte mehr Stornierungen als Bestellungen. Zudem zurrt der Konzern erst rund ein Jahr vor Auslieferung eines Flugzeugs den Preis angekoppelt an die Wirtschaftslage fest. Dies bedeutet, dass die momentan bestimmten Preise deutlich niedriger ausfallen als zuvor angenommen. Erst kürzlich hatte Boeing deshalb bereits vor einem Gewinneinbruch gewarnt.
An der für 2009 angepeilten Auslieferungszahl und dem Umsatzziel hielt Boeing fest. 480 bis 485 Jets sollen die Montagehallen verlassen, die Erlöse liegen zwischen 68 und 69 Milliarden Dollar. Im ersten Quartal nahm der Konzern 16,5 Milliarden Dollar ein - ein leichtes Plus von drei Prozent.
Mit Hochdruck arbeitet Boeing weiter an der Entwicklung seines neuen Jets 787. Das Programm liege im Plan. Das Flugzeug solle wie angepeilt im zweiten Quartal erstmals abheben und ab Anfang 2010 ausgeliefert werden.