Schlechte Börsenstimmung: Angst vor dem starken Euro - DER SPIEGEL
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Schlechte Börsenstimmung Angst vor dem starken Euro

Der Euro steigt, und der schwache Dollar-Kurs setzt den deutschen Aktienmarkt unter Druck: Zeitweise rutschte der Dax am Dienstag unter die 3400-Punkte-Marke - nur auf Grund der guten Vorgaben der Wall Street konnte er am Nachmittag einen Teil der Verluste wieder wettmachen.
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Frankfurt am Main - Der Dax   fiel zwischenzeitlich um gut 1,5 Prozent auf ein vorläufiges Tagestief von 3398 Zählern, zog dann aber wieder leicht an. Bereits am Vortag hatte er mit einem Verlust von 3,4 Prozent auf Tagestief geschlossen. Die US-Börsen (Dow Jones   minus 1,1, Prozent, Nasdaq Composite   minus 1,6 Prozent) schlossen gegenüber dem Handelsschluss in Deutschland kaum verändert.

Mit dem steigenden Euro, der am Vormittag zeitweise über die Marke von 1,15 Dollar kletterte, wächst unter den Händlern die Sorge, dass die Konjunktur vollends ausgebremst wird. Daher zögen sich die Anleger vorsichtshalber aus Aktien zurück, sagten Händler in Frankfurt.

Schwacher Dollar schickt Märkte auf Talfahrt

Die ohnehin schwache Konjunkturerholung in Euroland könnte dadurch empfindlich gebremst werden, da die Inlandsnachfrage in Europa noch immer schwach ist. Ein innerhalb kurzer Zeit stark nachgebender Dollar, der amerikanische Exporte und den Abbau des enormen US-Leistungsbilanzdefizits erleichtert, ist daher vor allem für die europäischen Aktienmärkte eine Gefahr.

Der Einbruch des Dollars, der am Montag gegenüber dem Yen auf ein 33-Monats-Tief gestürzt war, hatte die Märkte in Japan und Europa gestern auf Talfahrt geschickt. Der Nikkei war um 4,2 Prozent gefallen. Weil heute die Börse in Tokio jedoch aufgrund eines Feiertags geschlossen ist, konnten sich die Indizes zumindest am Morgen etwas stabilisieren.

Altana setzt sich an die Spitze

Schwarz Pharma-Aktien stürzten im MDax   zweistellig ab, denn das Pharmaunternehmen wird laut Medienberichten seine Gewinnprognose für 2003 senken. Das Magenmedikament Omeprazol hat durch Prilosec in den USA eine stärker als erwartete Konkurrenz bekommen. Der amerikanische Konsumgüterhersteller Procter & Gamble habe am Montag erfolgreich mit der Auslieferung seiner rezeptfreien Version von Prilosec begonnen, sagten Händler.

Aktien des Pharma- und Spezialchemieunternehmens Altana zogen indes mit plus 6,44 Prozent auf 53,19 Euro an die Dax-Spitze. Hoffnungen auf positive Aussagen zum Atemwegs-Medikament Roflumilast trieben den Kurs.

Weil die angeschlagene Schweizer Fluggesellschaft Swiss auch künftig ohne deutsche Beteiligung auskommt, sich dafür aber mit British Airways verbündet, verlor die Lufthansa-Aktie   2,73 Prozent auf 12,10 Euro. "Die Marktteilnehmer sehen in der Entscheidung der Swiss einen Image- Schaden für die deutsche Airline", sagte Analyst Ulrich Horstmann von der Bayerischen Landesbank. Allerdings habe die Swiss große finanzielle Probleme, möglicherweise müsse der Partner mit finanziellen Mitteln der Gesellschaft unter die Arme greifen. Dies bleibe der Lufthansa erspart.

Banken können sich erholen

Einzig die Banken erholten sich von den deutlichen Verlusten am Vortag. So drehten HVB ins Plus und stiegen um 1,33 Prozent auf 16,72 Euro, nachdem die Ratingagentur Moody's den Ausblick für das Finanzstärke- Rating der Bank angehoben hatte. Damit ginge allerdings nicht die Einsicht einher, dass sich die Fundamentaldaten der Bank deutlich verbessert hätten, hieß es. Auch Aktien von Commerzbank und Deutsche Bank standen im Plus.