Schlechter Anfang: Schweizer Gewerkschaften attackieren Aldi - DER SPIEGEL
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Schlechter Anfang Schweizer Gewerkschaften attackieren Aldi

Aldi will die Schweiz erobern - doch der Discounter wird alles andere als herzlich empfangen. Schweizer Lebensmittelketten wehrten sich bis zuletzt gegen den deutschen Billig-Konkurrenten. Pünktlich zur Eröffnung der ersten Filialen stehen jetzt auch noch die Gewerkschaften auf dem Plan.
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Zürich - Der Aldi-Lohn von 3696 Franken (2387 Euro) für eine Vollzeitstelle sei eine Mogelpackung, kritisierte die Gewerkschaft Unia. Die Beschäftigten müssten 42 Stunden pro Woche und damit eine mehr als bei den Schweizer Handelsunternehmen Migros und Coop arbeiten. Außer der Filialleitung sei das Personal außerdem in der Regel nur mit einem 50-Prozent-Pensum angestellt. Mit der Teilzeitarbeit wolle die Supermarktkette die Arbeitgeber-Beiträge für die Pensionskasse umgehen. So spare Aldi Suisse bei den Löhnen über zehn Prozent ein.

Es sind nicht die ersten Probleme, auf die Aldi in der Alpenrepublik trifft. Die großen Lebensmittelketten Coop und Migros hatten aus Furcht vor einem Preiskrieg bis zuletzt gegen den deutschen Discounter mobil gemacht. Trotzdem hat der Discounter heute die ersten Filialen auf dem Schweizer Markt eröffnet. Der Schweizer Markt ist für den Discounter ausgesprochen lukrativ: Weil die Preise im Schnitt zwei- bis dreimal höher sind als die in Deutschland, wird auch Aldi in der Schweiz teurer verkaufen als in Deutschland. So kostet ein Stück Butter (250 Gramm) im Nachbarland für das dortige Verhältnis "günstige" 1,73 Euro, hierzulande ist es für 75 Cent zu haben.

Die Schweiz ist weltweit das 15. Land, in dem die Unternehmensgruppe aus dem Ruhrgebiet aktiv ist. Die Auslandsexpansion ist für Aldi der große Wachstumsmotor. Im Heimatland verzeichnete der Discounter Marktforschern zufolge im vergangenen Jahr Umsatzrückgänge. Auch Erz-Konkurrent Lidl will nach eigenen Angaben bald in die Schweiz expandieren.