Schlecker: Drogist verhökert erneut Gebrauchtwagen - DER SPIEGEL
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Schlecker Drogist verhökert erneut Gebrauchtwagen

Die Drogeriekette Anton Schlecker will von nächster Woche an erneut Autos über das Internet verkaufen. Die großen Autokonzerne werden möglicherweise versuchen, den Drogisten juristisch auszubremsen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Düsseldorf - Das "Handelsblatt" zitiert in seiner Freitagausgabe den Marketing-Chef des Unternehmens, Uwe Blank, mit den Worten: "Auf Grund der sehr großen Nachfrage bei unserer ersten Autoaktion im Internet werden wir eine zweite Aktion mit ausgesuchten Autohändlern starten." Schlecker wolle auch im zweiten Anlauf Kleinwagen verkaufen, dieses Mal sollen alle Marken erhältlich sein. Vor einer Woche hatte Schlecker mit dem Verkauf von Kleinwagen im Internet begonnen. Im Angebot waren die Typen Fiat Punto, Ford Ka und Smart.

Wie das Blatt weiter berichtet, sollten sich potenzielle Kunden mit ihrem Autowunsch an Schlecker wenden, dann würde das Unternehmen aus Ehingen (Baden-Württemberg) ein entsprechendes Fahrzeug bei den beteiligten Händlern aufspüren. Die Drogeriekette verspreche Rabatte von bis zu 20 Prozent. Verkauft würden überwiegend so genannte Tageszulassungen.

Tages- oder Kurzzulassungen sind bei Autoherstellern ein beliebtes Mittel, um einen vermeintlichen Erfolg am Markt vorzuweisen. Bei Tageszulassungen werden die Händler in der Regel von ihren Herstellern angehalten, Neuwagen für wenige Tage zuzulassen. Damit kommen diese Autos in die amtliche Statistik und gelten offiziell als "verkauft". Autohersteller können so einen höheren Marktanteil ausweisen, als sie tatsächlich besitzen.

Eine Tageszulassung kommt einem verdeckten Preisnachlass gleich: Schon nach wenigen Tagen werden die meisten Kurzzulassungen wieder zurückgenommen und die Autos abgemeldet. Die Neuwagen wandeln sich auf diesem Weg zu einem "jungen Gebrauchten", Abschläge von bis zu 30 Prozent vom Listenpreis sind manchmal möglich. In der Autobranche ist diese Art der Absatzfinanzierung als nicht ganz saubere Variante eigentlich verpönt - doch kaum ein Hersteller verzichtet darauf.

Die großen Autohersteller schätzen es in der Regel gar nicht, wenn Dritte ihr Vertriebsnetz zu umgehen versuchen. Fiat hatte nach Bekanntwerden der ersten Schlecker-Aktion versucht, den Autoverkauf juristisch zu stoppen.