Schmids Coup France Télécom steigt bei Mobilcom ein
Paris/Büdelsdorf - Der französische Telefonkonzern zahlt für die Anteile 201 Euro je Aktie, insgesamt 7,3 Milliarden Mark, teilten die beiden Unternehmen am Donnerstag mit. "Ein Quantensprung in der Entwicklung unseres Unternehmens", so Schmid.
Gemeinsam wollen sich die Gesellschaften um eine Lizenz für die UMTS-Mobilfunktechnik in Deutschland bewerben. Hierfür soll France Télécom das technische Wissen stellen und die Gesamtfinanzierung sichern. Darüber hinaus ergänzten beide Firmen das Mobilcom-Angebot um weltweite Sprach- und Daten-Services speziell für deutsche Großunternehmen, die international tätig sind.
Mobilcom hat in Deutschland mehr als drei Millionen Kunden. Das am Neuen Markt notierte Unternehmen steuert auf vier Milliarden Mark Umsatz zu und hat 3000 Mitarbeiter. Gerhard Schmid, Gründer und Vorstandschef, gibt keine Aktien ab und bleibt mit rund 40 Prozent der Anteile Hauptaktionär, hieß es.
France Télécom wolle ihren Anteil in der näheren Zukunft nicht aufstocken, teilte Mobilcom mit. Ab 2003 habe das Unternehmen aber die Möglichkeit, einige der Aktien Schmids zu kaufen. Schmid werde Vorstandsvorsitzender bleiben, Manager der Franzosen würden jedoch in den Vorstand und den Aufsichtsrat berufen.
France Télécom gehört laut der Mitteilung mit Aktivitäten in 75 Ländern und einem operativen Ergebnis von 27,2 Milliarden Euro 1999 zu den führenden Telekommunikationsunternehmen weltweit.
Als positive Nachricht bezeichnete ein Frankfurter Wertpapierhändler das Geschäft. Damit steige die Chance von Mobilcom, bei der Versteigerung von UMTS-Mobilfunklizenzen erfolgreich zu sein. Nach dem jüngsten starken Kursanstieg sei bei Mobilcom aber eher mit Gewinnmitnahmen zu rechnen, fügte der Händler hinzu.