Schmiergeld-Skandal: Siemens droht früheren Vorständen - DER SPIEGEL
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Schmiergeld-Skandal Siemens droht früheren Vorständen

Abrechnung mit dem Ex-Vorstand: Zum ersten Mal hat ein hochrangiger Siemens-Manager die ehemalige Unternehmensführung unter Heinrich von Pierer frontal angegriffen. Die früheren Firmenbosse müssten sich auf Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe einstellen.
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München - In der Siemens-Korruptionsaffäre geht das Unternehmen in der bisher deutlichsten Form auf Distanz zur früheren Führung. "Nach meiner Einschätzung waren auch frühere Vorstände entweder aktiv initiativ am Korruptionsskandal beteiligt oder sie haben die Sache übersehen, dann liegt eine Aufsichtsverletzung auf der Hand", sagte Andreas Pohlmann, der für Korruptionsbekämpfung zuständige Manager bei Siemens  , dem "Handelsblatt". In Einzelfällen könne der Konzern Millionen-Forderungen erheben, sagte Pohlmann.

Als sogenannter Compliance Officer überwacht Pohlmann, dass Siemens den sogenannten Regeln "guter Unternehmensführung" folgt. "Die großen Komplexe sind aus Unternehmenssicht abgearbeitet", sagte der Manager zum Stand der Ermittlungen. "Jetzt geht es darum, auch die Verantwortung der alten Führung zu klären", ergänzte er.

Erst am vergangenen Wochenende hatte die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, der ehemalige Korruptionsbekämpfer Albrecht Schäfer habe in seiner Zeugenaussage bei der Staatsanwaltschaft auch drei frühere Mitglieder des Zentralvorstandes belastet: Er habe sie bereits im Jahr 2003 über Vorwürfe im Zusammenhang mit schwarzen Kassen unterrichtet.

Zahlreichen Mitarbeitern des Konzerns wird vorgeworfen, jahrelang in vielen Ländern Geschäftspartner, Behörden und Regierungen bestochen zu haben, um Aufträge an Land zu ziehen. Im November 2006 war der Korruptionsskandal durch eine Großrazzia bekannt geworden. Siemens hatte dubiose Zahlungen über 1,3 Milliarden Euro in den Jahren 1999 bis 2006 eingeräumt. Den Schaden des größten Schmiergeldskandals in der Wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik hatte Finanzvorstand Joe Kaeser Ende Januar für Siemens auf 1,6 Milliarden Euro beziffert.

amz/Reuters/dpa