Schmückers Irrtum - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 35 / 89

Schmückers Irrtum

• aus DER SPIEGEL 24/1977
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Westdeutsche VW-Kunden fühlen sich von VW-Chef Toni Schmücker hereingelegt. In einem SPIEGEL-Interview (15/1977) hatte Schmücker versprochen, daß »alle Volkswagen-Kunden, die bis zum 28. März -- dem Tag der Preiserhöhung -- ihr Auto bestellt haben, Anspruch auf den alten Preis« hätten, »wenn das Fahrzeug innerhalb der nächsten vier Monate ausgeliefert« werde. Schon in der ersten Aprilwoche wurden viele Golf- und Audi-Käufer schriftlich informiert, daß sie bei Auslieferung ihres Neuwagens den höheren Preis zu zahlen hätten: Zwischen Abschluß des Vertrages und Übergabe des Autos seien mehr als vier Monate verstrichen. Von dem Schmücker-Versprechen wollten die VW-Verkäufer nichts wissen. Denn die gesetzlichen Vorschriften legen eindeutig fest, daß die Vier-Monats-Schonfrist am Tag der Vertrags-Unterzeichnung, nicht aber zum Zeitpunkt der Preiserhöhung anläuft. In die Preis-Falle tappten fast alle Käufer des Golf-Diesel, der mit Lieferfristen von vier bis sieben Monaten verkauft wird.

Zur Ausgabe
Artikel 35 / 89