GELDANLAGE Schnäppchen mit Staatsgarantie
Billig wie nie sind derzeit die großen börsennotierten deutschen Banken: Bei einem Aktienkurs von 5,70 Euro notiert die Commerzbank bei nur gut einem Viertel ihres Buchwerts - bei der Deutschen Bank, deren Aktie kostete am Freitag 20 Euro, sind es knapp ein Drittel. Die Hypo Real Estate gibt es zu rund einem Viertel ihres Buchwerts. Als Erklärung dieses eklatanten Missverhältnisses ziehen Frankfurter Finanzexperten zwei Möglichkeiten in Betracht: Entweder der Markt verhält sich rational - dann werden bei den Geldhäusern noch enorme Verluste von etwa 70 Prozent ihres Buchwerts erwartet. Bei der Commerzbank wären es 11 Milliarden Euro, bei der Deutschen Bank rund 25 Milliarden Euro. Die zweite, wohl wahrscheinlichere Erklärung: Der Markt reagiert hysterisch. Dann aber sind die Aktien echte Schnäppchen - und die Banken Übernahmekandidaten. Denn wer die Geldhäuser erwirbt und nur das Eigenkapital verwertet, könnte, theoretisch, auf einen Schlag 70 Prozent Gewinn machen. Bei der Commerzbank dürfte das zwar kaum möglich sein: Sie hat Staatshilfe beantragt und wird sie wohl auch erhalten; der Staat hätte aber bei derartigen Manövern mitzureden. Aber als Finanzanlage bietet sich ein Engagement an - zumal eine staatliche Kapitalspritze und staatliche Garantien auch Schutz vor einer Insolvenz bieten.