Schnapsbrennerei: Finanzinvestor übernimmt Berentzen - DER SPIEGEL
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Schnapsbrennerei Finanzinvestor übernimmt Berentzen

250 Jahre war Berentzen in Familienbesitz - nun hat ein Finanzinvestor die Brennerei gekauft: Die Münchner Gesellschaft Aurelius Invest übernimmt den Großteil des Traditionsunternehmens.
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Hamburg/Düsseldorf - 75,1 Prozent von Berentzen gehen bald an den Münchner Finanzinvestor Aurelius. Die Beteiligungsgesellschaft übernimmt damit den Großteil der Berentzen-Stammaktien von den Familien Berentzen, Wolff, Pabst und Richarz. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Den restlichen Anteilseignern bietet Aurelius jeweils 2,68 Euro oder maximal 13 Millionen Euro für ihre Vorzugsaktien.

"Berentzen verfügt über ein sehr starkes Markenportfolio", sagte Aurelius-Vorstand Donatus Albrecht. Der Finanzinvestor werde die langfristige Entwicklung des Unternehmens unterstützen und die gegenwärtige Strategie weiter verfolgen. Vor allem die Berentzen-Klassiker wie Apfelkorn will der Finanzinvestor fördern.

Berentzen hat seinen Sitz im niedersächsischen Haselünne. Die Brennerei ist 250 Jahre alt, hat seit geraumer Zeit aber zu kämpfen: Einige Schnäpse aus dem Sortiment werden immer seltener getrunken. Berentzen hatte deswegen nach einem Investor gesucht.

Der Verkaufsprozess hatte zum Eklat geführt. Vergangene Woche waren der Berentzen-Aufsichtsratschef und zwei weitere Mitglieder des Kontrollgremiums zurückgetreten. Hintergrund war, dass das Gremium einen Käufer abgelehnt hatte. Die Familien hatten die Privatbank M.M. Warburg beauftragt, einen Partner zu suchen. Auch eine Fusion mit einem strategischen Partner wurde erwogen.

Nach eigenen Angaben beschäftigt Berentzen rund 700 Mitarbeiter und erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Bruttoumsatz von 432,7 Millionen Euro. Bekannt sind vor allem die Eigenmarken Berentzen und Puschkin. Aber auch Schnäpse wie Weizenkorn oder Bommerlunder gehören zum Sortiment.

cvk/wal/AFP