Schnellzug Siemens und die Bahn streiten über ICE
Düsseldorf - Die Bahn wolle eine nachträglich bestellte zweite Zugserie von 13 ICE-3-Exemplaren wegen Mängeln nicht abnehmen und auch nicht vollständig bezahlen, schreibt das "Handelsblatt" unter Berufung auf Industrie- und aus Bahnkreisen. Im Gegenzug weigere sich die Siemens-Sparte Verkehrstechnik, fünf ICE 3-Züge aus der ersten Bauserie für den Einsatz auf der künftigen Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris - Ostfrankreich umzurüsten.
Ein Bahnsprecher bestätigte, dass "der Zusammenhang zwischen beiden Projekten" von Siemens selbst hergestellt worden sei. Schriftlich sei mitgeteilt worden, bis zur Klärung der Abnahmemodalitäten für die ICE 3-Serie würden die Arbeiten an den Zügen für den Frankreich-Verkehr eingestellt. Der Termin für die Inbetriebnahme sei dann nicht mehr zu halten.
Siemens und die Bahn haben sich bereits in der Vergangenheit wegen des ICEs gestritten. So attackierte der Schienenkonzern die Münchener Ende vergangenen Jahres, weil die Bahn auf der Strecke Hamburg-Berlin nicht ihre neuesten Züge einsetzen konnte, die sie eigens für die Verbindung bestellt hatte. Siemens habe Mängel an den Zügen nicht rechtzeitig beseitigt, hieß es damals.