Scholz & Friends Management will sich freikaufen
Berlin - Die Führungsriege von Scholz will die einzige börsennotierte Werbeagentur Deutschlands aus der Verbindung mit der angeschlagenen Werbeholding Cordiant lösen. Das britische Unternehmen hatte im Februar angekündigt, ihre Beteiligung von 77 Prozent an Scholz & Friends (S&F) zu verkaufen. Wie der S&F-Vorstandsvorsitzende Sebastian Turner bestätigte, bräuchten die Agentur-Chefs für die Transaktion einen Finanzpartner, der den Löwenanteil der über Börsenwert liegenden geschätzten Kaufsumme von 22 Millionen Euro übernimmt. Laut Branchen-Experten kooperiert das Management hierfür mit einer Londoner Privat Equity-Firma. Unterstützten solle die Transaktion außerdem ein Kreditinstitut, das noch nicht feststehe.
Dahinter steckt ein kluger Kopf
Ziel des Aufkaufs ist laut Turner ein in Deutschland noch einmaliges Modell mit bis zu 25 Partnern aus der Führungsriege der Agentur, wie es bei Unternehmensberatern oder Wirtschaftsprüfern üblich sei. Das Management ist bereits jetzt mit zehn Prozent an S&F beteiligt. Doch nicht nur die interne Führungsgruppe ist an der Agentur interessiert. Wie der Noch-Anteilseigner Cordiant bekannt gab, hätten sich zahlreiche Interessenten für das 1981 von Jürgen Scholz gegründete Unternehmen gemeldet. Darunter auch die weltgrößte Werbeagentur WPP.
S&F steht für erfolgreiche Kampagnen wie "Dahinter steckt immer ein kluger Kopf" der "FAZ und Slogans wie "Wir können alles - außer Hochdeutsch", mit dem das Bundesland Baden-Württemberg wirbt. Zwischen 30 und 40 Prozent der Umsätze macht die Berliner Agentur mit seinem Hauptkunden Tchibo. Im vergangenen Jahr war S & F bei einem Rückgang des Umsatzes von 74,4 auf 69 Millionen Euro mit einem Verlust von 10,4 Millionen Euro in die roten Zahlen gerutscht.