Schufa-Studie Private Schulden der Deutschen wachsen
Berlin - Der Privatverschuldungsindex für Anzeichen von Kreditschwierigkeiten stieg im vergangenen Jahr bundesweit um 4,1 Prozent, teilte die Auskunftei Schufa, die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, heute in Berlin mit. Die Zunahme war damit schwächer als mit 6,6 Prozent im Vorjahr. Anzeichen für eine Aufhellung gebe es etwa bei Konsumenten-Krediten: Die Zahl der Haushalte mit zu wenig Geld zur Tilgung lag nun bei 1,0 Millionen bis 1,9 Millionen (Vorjahr: 1,3 Millionen bis 2,9 Millionen).
"Es kann auf keinen Fall Entwarnung gegeben werden", sagte Rainer Neumann, Chef der Schufa, die von Kreditinstituten und Handelsfirmen getragen wird. Dass die Mehrwertsteuererhöhung von 16 auf 19 Prozent Anfang 2007 die Lage verschärfe, sei eher unwahrscheinlich. Insgesamt hätten zehn bis 15 Prozent der Kredite aufnehmenden Haushalte Schwierigkeiten. Dabei sei zu beobachten: Wer Probleme hat, hat zusehends größere Probleme. Am stärksten betroffen seien 35- bis 40-Jährige. Als überschuldet gilt ein Haushalt, wenn nach Abzug der Lebenshaltungskosten und trotz Einschränkungen bei sonstigen Ausgaben das Geld für fristgerechte Tilgungszahlungen fehlt.
Süddeutsche am wenigsten verschuldet
Im Vergleich der Bundesländer ist die Schuldenproblematik in Bayern am kleinsten und in Berlin am größten. Dem Schufa-"Schuldenkompass" zufolge schlägt sich der bundesweite Trend zu einer gebremsten Zunahme der Verschuldung auch auf der Ebene der Länder und Kreise nieder. Nach Bayern schneiden am günstigsten Baden-Württemberg und Sachsen ab. Die größten Probleme nach Berlin haben Menschen in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Bremen.
Auf kommunaler Ebene sind Probleme in den bayerischen Landkreisen Starnberg, Ebersberg und München am seltensten. Dagegen gibt es in den Städten Pirmasens (Rheinland-Pfalz), Wilhelmshaven (Niedersachsen) und Mönchengladbach (Nordrhein-Westfalen) die größten Schwierigkeiten mit Krediten.
Für die Studie hat die Schufa ihren anonymisierten Datenbestand über 63 Millionen Volljährige ausgewertet. Die Einrichtung vermerkt zur Bonitätsprüfung von Privatleuten unter anderem Angaben zu Namen, Geburtsdatum, Girokonten, Kreditkarten oder Handyverträgen. Nicht gespeichert werden aber unter anderem Kontostände und Einkommen.
kaz/dpa