Schuh-Kette Deichmann muss Gift-Skandal zugeben
Essen/Mainz/Eschborn - Die Deichmann-Geschäftsführung unterzeichnete am Donnerstag eine Unterlassungserklärung, mit der sie sich verpflichtete, dem Südwestrundfunk nicht länger Zuschauertäuschung vorzuwerfen. "Damit musste Deichmann selbst einräumen, dass die Report-Mainz-Berichterstattung richtig war", sagte der Redaktionsleiter des ARD-Magazins, Fritz Frey. Deichmann wollte die Angelegenheit nicht kommentieren.
"Report Mainz" hatte am 9. April über unmenschliche Arbeitsbedingungen im indischen Deichmann-Zulieferbetrieb KH-Shoes berichtet. Das Filmmaterial zeigt, wie Gerberei-Arbeiter giftigen Chemikalien barfuß und ungeschützt ausgesetzt sind. Abwässer gelangten ungefiltert in die Umwelt, viele Menschen der Umgebung seien wegen des verseuchten Wassers krank.
Deichmann hatte "Report Mainz" vorgeworfen, die Innenaufnahmen stammten nicht von dem Betrieb KH-Shoes, musste jetzt jedoch das Gegenteil eingestehen.
Deichmann hatte auch behauptet, die Gerberei sei von der deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) zertifiziert worden. Die GTZ bestreitet das.
"Man darf nun gespannt sein, ob Deichmann seine Ankündigung wahr macht, dass sofort die entsprechenden Maßnahmen ergriffen würden, falls sich die Vorwürfe als richtig erweisen", sagte ARD-Journalist Frey.