Schuldenberg: Ausverkauf bei der British Telecom - DER SPIEGEL
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Schuldenberg Ausverkauf bei der British Telecom

Mit einem "dramatischen Einschnitt" will sich die British Telecom von ihrem Schuldenberg befreien. Der Konzern soll in vier eigenständig an der Börse geführte Unternehmen aufgeteilt werden.
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London - Damit nimmt die British Telecom (BT) die größte Umstrukturierung seit ihrer Privatisierung vor 16 Jahren vor. Jedes Jahr sollen vorläufig 5000 der derzeit 136.800 Stellen verschwinden, kündigte BT-Chef Sir Peter Bonfield am Donnerstag in London an. Er sprach von einem "dramatischen Einschnitt". Mit der Maßnahme will der ehemalige Staatskonzern seinen Schuldenberg abtragen und einer möglichen feindlichen Übernahme vorbeugen.

Der Vorsteuergewinn des britischen Telekommunikationskonzerns verringerte sich im zweiten Quartal dieses Jahres stark: von 890 Millionen Pfund vor einem Jahr auf jetzt 471 Millionen Pfund - rund 1,5 Milliarden Mark. Der Rückgang war allerdings geringer als erwartet; Analysten hatten nur mit 375 bis 440 Millionen Pfund gerechnet.

Im Rahmen der Umstrukturierung soll die Mobilfunktochter BT Wireless einschließlich BT Cellnet in der zweiten Hälfte nächsten Jahres mit bis zu 25 Prozent an die Börse gehen. Das BT-Netz soll in einer neuen Gesellschaft namens NetCo untergebracht und ebenfalls zu bis zu 25 Prozent an die Börse gebracht werden. Das gleiche gilt für die Telefonauskunft Yell und das Internet-Geschäft BT Ignite. BT will außerdem den Großteil seiner Vermögenswerte außerhalb Europas und Japans verkaufen.

Die Maßnahmen sollen bis Ende 2001 mindestens zehn Milliarden Pfund - rund 33 Milliarden Mark - einbringen. Damit sollen die Schulden abgetragen werden, die im September mehr als 18 Milliarden Pfund betrugen. Auf Grund der immensen Kosten für den Kauf der UMTS-Lizenzen werden sie den Erwartungen zufolge bis März 2001 auf 30 Milliarden Pfund wachsen.

Die BT-Aktie ist in den vergangenen Monaten um die Hälfte gefallen. Am Mittwoch war sie in Erwartung des Restrukturierungsplans jedoch um 2,5 Prozent gestiegen. Bonfield bestritt am Donnerstag, dass es wegen der Umstrukturierung zu einem Streit zwischen ihm und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Sir Iain Vallance gekommen sei. Keiner von beiden werde seinen Posten verlassen, versicherte er.

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