Schwache Börse: Finanzwerte drücken Dax ins Minus - DER SPIEGEL
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Schwache Börse Finanzwerte drücken Dax ins Minus

Wochenlang ging es mit den Aktienkursen aufwärts, an diesem Montag kam nun der Dämpfer: Der Dax sackte unter die Marke von 4500 Punkten - ein Minus von vier Prozent. Erneut gehörten Bankentitel zu den größten Verlierern.
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Frankfurt am Main - Sechs Wochen lang kletterten die Aktienkurse Stück für Stück nach oben - an diesem Montag machten die Investoren nun Kasse. Gewinnmitnahmen drückten den Dax   am Montag nach unten. Es gebe erst einmal eine Verschnaufpause, hieß es am Markt.

Der Leitindex sank unter die Marke von 4500 Punkten. Bei Handelsschluss lag er bei 4486 Punkten, ein Minus von vier Prozent. Der MDax   der mittelgroßen Werte verlor sogar 5,8 Prozent, der Technologieindex TecDax   gab 3,9 Prozent nach.

"Der Kursverlust ist nicht dramatisch", sagte Marktanalyst Jochen Intelmann von der Hamburger Sparkasse. "Es war klar, dass der Dax nicht ungebremst weiter steigt, und es ging in den vergangenen Tagen zu schnell nach oben - da ist der Rücksetzer jetzt angebracht." Er hält in den kommenden Tagen einen Rückgang des Leitindex auf 4000 bis 4200 Punkte für möglich. Abhängig sei dies von den anstehenden Unternehmensberichten.

Alle 30 Dax-Titel verbuchten Verluste. Auch die MDax-Werte lagen überwiegend im Minus, einzig Premiere   und das Rhön-Klinikum verbuchten Gewinne. Am Nachmittag rutschte auch der Dow Jones   in den USA ins Minus. Er notierte kurz nach Handelsbeginn mehr als 2,9 Prozent unter dem Schlusskurs vom Freitag.

Bei den großen Dax-Werten waren es vor allem die Aktien von Banken, die nach der Bekanntgabe von Quartalszahlen des US-Finanzinstituts Bank of America   tiefer ins Minus rutschten. Das Unternehmen habe zwar einen überraschend hohen Gewinn gemeldet, hieß es von Händlern. Gleichzeitig sprach die Bank of America aber auch von "extrem schweren Herausforderungen" für das Geldhaus. In der Folge gaben auch die Aktien der deutschen Geldhäuser nach. Die Titel der Deutschen Bank  verloren 8,6 Prozent an Wert, bei der Commerzbank   waren es 7,8 Prozent.

Kaum besser geht es allerdings den großen Industrieunternehmen. Der Aktienkurs von ThyssenKrupp   sank um rund 7,2 Prozent. Der Konzernumbau könnte drastischer ausfallen als bislang erwartet, berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Unternehmenskreise. Beim größten deutschen Stahlkonzern könnten rund 4000 Stellen wegfallen - mehr als bislang erwartet. Ein Konzernsprecher wollte sich dazu nicht äußern.

Die Titel von Daimler   verloren rund 7,5 Prozent. Händler verwiesen auf einen Bericht des "Handelsblatts". Der Automobilhersteller spricht demnach mit dem chinesischen Staatsfonds CIC über eine Beteiligung und schließt einen Einstieg des Fonds beim Stuttgarter Konzern nicht aus. "Wir haben in der Vergangenheit Kontakte mit möglichen Investoren aus China gehabt und diese Gespräche sind nicht grundsätzlich abgebrochen", sagte der Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche am Rande der Automesse in Shanghai dem "Handelsblatt".

Die schwierige Lage bei Arcandor   beunruhigte die Anleger ebenfalls, die Aktien des Handels- und Touristikunternehmens wurden verstärkt verkauft. Der Konzern mit seinen Marken Karstadt und Thomas Cook braucht für seine Sanierung in den kommenden fünf Jahren weitere Kredite. Die Aktie rauschte um 9,4 Prozent nach unten.

wal/dpa-AFX