Schwache Konjunktur: Euro fällt auf Einjahrestief - DER SPIEGEL
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Schwache Konjunktur Euro fällt auf Einjahrestief

Ökonomen warnen: Europa droht in die Rezession abzurutschen. Die miserablen Konjunkturaussichten drücken bereits auf den Euro. Der Kurs der Gemeinschaftswährung erreicht gegenüber dem Dollar den tiefsten Stand seit zwölf Monaten.
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Frankfurt am Main - Investoren verlieren das Vertrauen in die europäische Wirtschaftskraft. In Erwartung einer deutlichen Konjunkturabkühlung in der Euro-Zone haben Anleger im großen Stil die Gemeinschaftswährung Euro verkauft. Im asiatischen Geschäft fiel der Euro-Kurs bis auf 1,3936 Dollar und war damit so günstig wie seit Mitte September 2007 nicht mehr.

"Was wir hier sehen, sind Positionsanpassungen", sagte ein Währungsstratege in Tokio. Investoren zögen ihre Gelder aus riskant erscheinenden Geschäften heraus. Im Zuge dessen gerieten vor allem hochverzinste Währungen wie der Euro unter Druck.

Nach Einschätzung des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) sind die wirtschaftlichen Aussichten für Europa weiter düster. "Der Konjunkturaufschwung im Euro-Raum ist beendet", erklärten die Kieler Ökonomen. Voraussichtlich werde es zu einer Rezession kommen.

Belastend wirken sich laut IfW die Situation an den Immobilien- und Finanzmärkten sowie die Wechselkurse und Rohstoffpreise aus. Das Institut reduzierte seine Prognose für das Wirtschaftswachstum in der Eurozone 2008 von 1,8 Prozent auf 1,4 Prozent. Für das Jahr 2009 erwarte man eine Stagnation, nachdem im Juni noch ein Wachstum von 1,4 Prozent prognostiziert wurde.

Auch Deutschland droht nach IfW-Einschätzung eine Rezession, wenn auch die Folgen nicht so dramatisch ausfallen wie im gesamten Euro-Raum. "Die deutsche Wirtschaft bekommt die Auswirkungen der krisenhaften Entwicklungen im Rest der Welt zu spüren", heißt es. Für 2008 erwartet das IfW ein Wachstum von 1,9 Prozent. Bislang lagen die Prognosen bei 2,1 Prozent. 2009 wächst die deutsche Wirtschaft demnach nur noch um 0,2 Prozent. Zuvor hatten die Experten ein Plus von einem Prozent erwartet.

Sowohl die Daten für die Nachfrage als auch für die Produktion würden deutlich nach unten weisen, schreibt das IfW. Die deutsche Konjunktur dürfte allerdings weniger stark an Schwung einbüßen als in manch anderen großen Ländern. Dort seien die wirtschaftlichen "Übersteigerungen" größer gewesen.

Auch die Aussichten für die Weltwirtschaft haben sich laut IfW ebenfalls deutlich verschlechtert. "Weltweit sind die Frühindikatoren auf Talfahrt." In einer Reihe von Industrieländern drohe inzwischen eine Rezession. Auch in vielen Schwellenländern deute sich eine Phase schwächerer Konjunktur an. Das Institut reduziert daher seine Prognose für das globale Wachstum im laufenden Jahr von 3,9 Prozent auf 3,7 Prozent.

suc/Reuters/dpa-AFX