Schwache Nachfrage: Motorola-Umsatz bricht ein - DER SPIEGEL
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Schwache Nachfrage Motorola-Umsatz bricht ein

Die Handy-Sparte drückt Motorola tief in die Verlustzone: Der Absatz von Mobiltelefonen ist im ersten Quartal um knapp 40 Prozent eingebrochen. Wegen der schwachen Nachfrage sank der Umsatz um ein Fünftel auf 7,45 Milliarden Dollar.
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New York - Der Handy-Hersteller Motorola verliert gegenüber Marktführer Nokia   zunehmend an Boden: Während der finnische Konzern im ersten Quartal 2008 einen Gewinn- und Umsatzsprung hinlegte, brach das Geschäft von Konkurrent Motorola ein. Der Verlust weitete sich bei dem US-Hersteller auf 194 Millionen Dollar aus - nach 181 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz schrumpfte von 9,43 Milliarden Dollar auf 7,45 Milliarden Dollar.

Grund für den herben Verlust ist der schwächelnde Absatz von Mobiltelefonen. Er brach um knapp 40 Prozent auf 27,4 Millionen Handys ein. Zum Vergleich: Nokia verkaufte im gleichen Zeitraum 115,5 Millionen Mobiltelefone. Der Marktanteil von Motorola reduzierte sich damit auf 9,5 Prozent von 12,4 Prozent im vorangegangenen Quartal. Der drittgrößte Handy-Hersteller droht nun auf dem Weltmarkt von Sony Ericsson   überholt zu werden, das im Auftaktquartal 22,3 Millionen Geräte verkaufte.

Auch für das laufende Quartal sind die Aussichten getrübt: Motorola rechnet mit einem Verlust zwischen zwei und vier Cent je Aktie. Analysten waren bisher lediglich von einem Minus von einem Cent pro Anteilsschein ausgegangen.

Seit der Einführung des erfolgreichen Razr-Handys vor knapp vier Jahren wartet die Branche auf die Präsentation eines neuen Modells, das einen ähnlichen Anklang bei den Verbrauchern finden könnte. Die Motorola-Produktpalette gilt im Vergleich zur Konkurrenz als äußerst unattraktiv.

Wegen der anhaltenden Verluste im Handy-Geschäft plant Motorola-Chef Greg Brown einen Befreiungsschlag: Er will den Konzern in die Sparten Mobilfunk- und Breitbandnetzwerke aufspalten. Sie sollen unabhängig und jeweils an der Börse notiert sein. Der Schritt könnte nach Meinung von Analysten ein Schritt hin zu einem Handy-Gemeinschaftsunternehmen mit einem asiatischen Hersteller sein. Bisher versuchte Motorola vor allem durch Einsparungen die Situation in den Griff zu bekommen. In Deutschland schloss der Hersteller das Werk in Flensburg.

Neben der Handy-Sparte betreibt Motorola Geschäfte mit TV-Set-Top-Boxen sowie Breitbandnetzen und Kommunikationstechnik für Firmen.

sil/dpa/Reuters