Schwacher Dollar: Euro steigt auf Zweijahreshoch - DER SPIEGEL
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Schwacher Dollar Euro steigt auf Zweijahreshoch

Der Euro ist gegenüber dem Dollar auf den höchsten Stand seit zwei Jahren geklettert. Die europäische Währung profitiert dabei vor allem von der andauernden Schwäche der anderen Währungen - insbesondere des Yen und des Dollars.
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New York - In New York wurde die Gemeinschaftswährung am späten Donnerstagabend mit einem Kurs von 1,349 Dollar notiert nach 1,343 Dollar am Mittwoch. Die Finanzmärkte gehen davon aus, dass die Europäische Zentralbank im Juni erneut die Zinsen erhöhen und dass dies nicht der letzte Zinsschritt im Euroraum in diesem Jahr sein wird. Steigende Zinsen stärken den Außenwert der Gemeinschaftswährung und setzen dem ohnehin schon schwachen Dollar weiter zu.

Die Entscheidung der EZB am Donnerstag war weitgehend erwartet worden. EZB-Direktor Jean-Claude Trichet verzichtete zwar auf das Signalwort "große Wachsamkeit", mit dem er die Finanzmärkte üblicherweise auf eine Zinserhöhung im nächsten Monat vorbereitet. Stattdessen erklärte Trichet, die Währungshüter würden die Inflationsrisiken und die Preisentwicklung "sehr genau" im Auge behalten. Analysten werteten diesen Kommentar als Hinweis darauf, dass eine weitere Zinserhöhung nicht bereits bei der nächsten Sitzung im Mai, sondern erst im Juni zu erwarten sei. Die Währungshüter hatten zuletzt im März die Zinsen um 0,25 Prozentpunkte erhöht.

Im Hinblick auf das Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der sieben führenden Industrieländer (G-7) an diesem Wochenende in Washington hatte Trichet erklärt, die Wirtschaft Japans erhole sich und der Wechselkurs solle dies widerspiegeln. Dies hatte den Yen am Donnerstagnachmittag gestärkt, obwohl kaum jemand mit einer klaren Aussage der G-7 zu den Wechselkursen rechnet. "Niemand scheint vom G-7-Treffen eine Trendwende zu erwarten, das bedeutet einen schwachen Dollar, einen schwachen Yen und einen schwachen Schweizer Franken", erklärte Niels Christensen, Währungsstratege bei der skandinavischen Bank Nordea in Kopenhagen.

Ein starker Euro verbilligt Importe, verteuert aber die Ausfuhren, was die exportorientierte deutsche Wirtschaft belastet. Für deutsche Touristen bedeutet ein starker Euro dagegen, dass der Urlaub in vielen Ländern außerhalb der Eurozone billiger wird.

sam/AP/AFP/Reuters