Schwächephase IWF hat wenig Sorge wegen US-Konjunktur
Washington - Zwar habe das Sprichwort "Wenn die USA niesen, bekommt die Welt eine Erkältung" noch immer Gültigkeit, heißt es in einer gestern Abend in Washington veröffentlichten Studie des IWF. Dennoch sollte die Bedeutung eines schwächeren Wirtschaftswachstums in den Vereinigten Staaten nicht übertrieben werden. Andere Länder würden eine ähnliche Verringerung ihres Wirtschaftswachstums in der Regel wesentlich weniger hart treffen als die USA selbst.
Am stärksten betroffen von einem US-Abschwung wären der Studie zufolge vor allem Länder mit engen wirtschaftlichen Verbindungen zu den Vereinigten Staaten. Ein Rückgang des US-Wachstums um einen Prozentpunkt habe jedoch beispielsweise in Lateinamerika im Durchschnitt nur ein Minus von 0,2 Prozentpunkten zur Folge.
"Wenn die Verlangsamung des Wachstums in den USA weiterhin vor allem von der Abkühlung am Immobilienmarkt verursacht wird, sollten die Auswirkungen andernorts begrenzt sein", schreibt die Weltfinanzorganisation weiter. Stützend wirke zudem die wieder anspringende Konjunktur in Europa. Wirtschaftspolitikern rät der IWF zu einer vorausschauenden Geldpolitik und flexiblen Wechselkursen, um mögliche negative Folgen eines Abschwungs in den USA oder anderen großen Volkswirtschaften früh genug aufzufangen.
Ein vollständiger Ausblick auf die weitere Wirtschaftsentwicklung in der Welt wird in der kommenden Woche zur Frühjahrstagung des IWF und der Weltbank in Washington erwartet.
mik/dpa