Schwarze Kassen bei VW Ex-Betriebsratschef belastet Peter Hartz
Hamburg - Volkert selbst ist in dem Verfahren um die unrechtmäßigen Zahlungen aus der Konzernkasse Beschuldigter. Den Erhalt von Sonderzahlungen aus der Unternehmenskasse hat er inzwischen eingeräumt. Eine Schuld an der Korruptionsaffäre bei Volkswagen wies der einst mächtigste deutsche Betriebsrat in einem Zeitungsinterview aber zurück. Die Initiative für die Zahlungen sei vom damaligen Personalvorstand Peter Hartz ausgegangen, sagte Volkert der "Zeit". "Ich habe nichts gefordert, nirgendwo."
Hartz hingegen, der sich vom 17. Januar an vor dem Landgericht Braunschweig wegen Untreue und Begünstigung des Betriebsrats verantworten muss, habe ihn angerufen und einen Betrag vorgeschlagen, den er immer akzeptiert habe. "Soviel ich weiß, habe ich den Sonderbonus nur dreimal gekriegt", zitiert die Zeitung Volkert. Die Staatsanwaltschaft wirft Hartz vor, er habe dem ehemaligen Betriebsratschef binnen zwölf Jahren heimlich mehr als 1,9 Millionen Euro neben dessen Gehalt gezahlt. Die Ermittler sehen darin eine Verschwendung von Konzernvermögen, da Volkert dafür keine Gegenleistung erbracht habe.
In dem Interview rechtfertigt der Mitte 2005 als Betriebsratschef zurückgetretene Volkert die Zahlungen. Der damalige VW-Chef Ferdinand Piëch und Hartz seien ihm wegen seines besonderen Engagements dankbar gewesen. "Ich habe Sachen übernommen, die sonst der Vorstand hätte machen müssen", sagte Volkert und fügte hinzu: "Ich hatte ja ein gewisses Gehör bei den Leuten. Ich war auf Augenhöhe mit Piech."
In Volkerts Amtszeit fällt unter anderem die Vereinbarung über die Vier-Tage-Woche, die für die Beschäftigten bei VW in Westdeutschland mit Einkommenseinbußen verbunden war. Gleichzeitig wurde dadurch der Abbau von zehntausenden Arbeitsplätzen verhindert. Außerdem wurde ein Arbeitszeitmodell vereinbart, mit dem VW den Abschied aus dem Haustarif einleitete.
Wal/reuters