Schwebebahn: Chinesen finden ihren Transrapid viel besser - DER SPIEGEL
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Schwebebahn Chinesen finden ihren Transrapid viel besser

Überraschende Mitteilung aus China: In wenigen Monaten wollen die Ingenieure des Luft- und Raumfahrtkonzern CAC den Testbetrieb für eine eigene Magnetschwebebahn aufnehmen - das Pendant zum deutschen Transrapid.
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Peking - Der erste Test soll schon im Juli auf einer 1,7 Kilometer langen Versuchsstrecke der Tongji-Universität in Schanghai stattfinden, gab China Aviation Industry Corporation (CAC) heute bekannt. Die Entwicklung im Rahmen eines staatlich geförderten Hochtechnologieprogramms sei schon weit fortgeschritten. Die chinesische Magnetbahn unter dem Projektnamen CM1 Dolphin benutze Technologie aus der Luftfahrtindustrie. Der Zug sei viel leichter als der deutsche Transrapid, betonte Zheng. "Das Design ist viel fortschrittlicher."

Besorgnisse, dass urheberrechtlich geschützte deutsche Technologie für die Entwicklung missbräuchlich benutzt worden sein könnte, wies der zuständige Chefingenieur Zheng Qihui entschieden zurück: "Das weiß ich ganz genau. Das ist unmöglich. Die Bahn, die wir gebaut haben, ist ganz anders als die deutsche. Ich bin ja dafür verantwortlich. Im Grunde wissen wir nicht viel darüber, welche Technologie die deutsche Bahn hat." Es sei "keine deutsche Technologie" verwandt worden, betonte Zheng. "Alles ist chinesisch." Es seien auch keine deutschen Baupläne benutzt worden.

Informationen der "Welt" zufolge soll die Teststrecke der bestehenden Verbindung zwischen dem Stadtzentrum von Shanghai und dem Flughafen Poudong - die bislang einzige Transrapid-Strecke der Welt - aber in allen Einzelheiten gleichen. Das gelte für die Betonkonstruktion ebenso wie für die Elektronik.

Nach dem Bau der Flughafenstrecke des Transrapids in Schanghai verhandelt das deutsche Konsortium über eine Verlängerung in die 160 Kilometer entfernte Stadt Hangzhou. Im Oktober hieß es aus Berlin, eine Entscheidung der Regierung in Peking stehe unmittelbar bevor.

Der deutsche Elektrokonzern Siemens, der neben ThyssenKrupp am Transrapid beteiligt ist, hatte die chinesischen Bemühungen zum Bau einer konkurrierenden eigenen Magnetschnellbahn bisher wegen der technischen Schwierigkeiten als nicht ernst zu nehmend abgetan.

Die Chengdu CAC-Gruppe bildet einen der größten Luft- und Raumfahrtkonzerne in China und beliefert in erster Linie das Militär. 15.000 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Seit 2003 laufen dort intensive Bemühungen, ein Konkurrenzmodell zum Transrapid zu entwickeln.

mik/dpa

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