Schwebebahn: Transrapid in München steht auf der Kippe - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Schwebebahn Transrapid in München steht auf der Kippe

China hat sie, Iran will sie, in Bayern aber ist der Bau der Magnetschwebebahn weiter unsicher. Bei einem Spitzentreffen wollen Kanzlerin Merkel und CSU-Chef Stoiber die Finanzierung des Transrapids klären - die Chancen stehen allerdings nicht gut.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München/Hamburg - Wegen der ungelösten Finanzierungsfrage würden dem Bau der Magnetschwebebahn auch in Regierungskreisen nur noch eine Realisierungschance von 50 Prozent eingeräumt, schreibt der Münchner Merkur heute. Deshalb solle noch vor der Sommerpause ein Gipfelgespräch zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem bayrischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) stattfinden. Dabei soll geklärt werden, wer die fehlenden 350 Millionen Euro für das insgesamt 1,8 Milliarden teure Projekt übernimmt.

Die Magnetschwebebahn soll vom Münchner Hauptbahnhof bis zum Flughafen führen. Erst gestern war bekannt geworden, dass auch Iran den Bau einer 800 Kilometer langen Transrapid-Strecke erwägt. "Es ist schön, wenn die Technologie in anderen Ländern Anklang findet, aber wir brauchen den Transrapid auch bei uns", sagte der bayrische Wirtschaftsminister Erwin Huber dem Münchner Merkur. "Zum einen, um die Verkehrsprobleme rund um den Münchner Flughafen zu lösen. Zum anderen, weil es ein deutsches Leuchtturmprojekt in Bayern wäre."

Während Kanzlerin Merkel angeblich für den Bau des Transrapids ist, stehe Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) dem Projekt reserviert gegenüber, schreibt die Zeitung weiter. In seiner Regierungszeit als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfahlen sei bereits das Metrorapid-Projekt beerdigt worden, das mehrere Ruhrgebietsstädte verbinden sollte.

Huber hofft, dass die Finanzierungslücke auch mit Hilfe der Steuermehreinnahmen und der EU geschlossen werden kann. "München ist die letzte Chance, den Transrapid in Deutschland zu verwirklichen", so Huber, "wovon auch der Export der Schwebebahn-Technologie profitieren würde."

sam

Verwandte Artikel