Schweiz: Hektik vor UMTS-Versteigerung - DER SPIEGEL
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Schweiz Hektik vor UMTS-Versteigerung

Das Bieterrennen um die Schweizer UMTS-Lizenzen verspricht Spannung: Kurz vor der Auktion haben die Mobilfunkriesen Vodafone und France Télécom durch milliardenschwere Allianzen ihre Ausgangsposition gestärkt.
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Bern - Der weltgrößte Mobilfunkanbieter Vodafone kündigte am Mittwoch den Einstieg bei der noch zu gründenden Mobilfunktochter des eidgenössischen Marktführers Swisscom an. France Télécom sicherte sich für mindestens 1,6 Milliarden Euro die Mehrheit am Schweizer Mobilfunkanbieter Orange Communications. Die Deutsche Telekom steht dagegen nach dem Scheitern der Verhandlungen mit dem eidgenössischen Anbieter Diax bei der UMTS-Auktion ohne Partner da.

Vodafone übernimmt für knapp drei Milliarden Euro ein Viertel der Anteile an der Swisscom Mobile. Der Schweizer Bundesrat gab dazu am Mittwoch seine Zustimmung. Eine Option auf eine Mehrheitsübernahme des früheren Staatsunternehmens durch Vodafone sei aber nicht gewährt worden, hieß es in Bern. Bundesrat und Swisscom begründeten den Verkauf mit dem harten Verdrängungswettbewerb im UMTS-Geschäft. Die vergleichsweise kleine Swisscom habe sonst nur beschränkte Möglichkeiten, als nationaler Anbieter attraktive Bedingungen im grenzüberschreitenden Handy-Verkehr offerieren zu können.

In der Schweiz bieten ab Montag insgesamt neun Firmen um vier Lizenzen. Die kurz vor Beginn der Auktion verkündeten Allianzen lassen darauf schließen, dass man in der Branche keine preisgünstigen Lizenzen wie in Italien und Österreich erwartet. In Österreich hatte die UMTS-Versteigerung nach zwei Tagen nur etwa 1,4 Milliarden Mark eingebracht.

Vodafone und Swisscom wollen sich den gegenseitigen und diskriminierungsfreien Zugang zu allen Diensten und Produkten im UMTS-Geschäft zusichern. Die beiden deutschen Töchter D2 Mannesmann und Debitel, die vorher schon zusammengearbeitet hatten, schließen einen umfassenden Diensteanbietervertrag, der Debitel Zugang zum UMTS-Geschäft verschafft. Das Geschäft soll am 30. März 2001 abgeschlossen werden. Die Hälfte des Kaufpreises wird dann fällig, der Rest in den nachfolgenden zwölf Monaten. Vodafone kann sowohl in Aktien als auch in bar bezahlen oder in einer Kombination von beidem.

"Guter Preis" für e.on-Beteiligung an Orange

Parallel dazu kündigte France Télécom die Übernahme der 42,5-prozentigen Beteiligung des Düsseldorfer Energie-Konzerns e.on am schweizerischen Mobilfunkunternehmen Orange Communications an. Der Kaufpreis beträgt nach Angaben von e.on-Chef Ulrich Hartmann "mindestens 1,6 Milliarden Euro". Der Pariser Telekommunikationskonzern hält damit künftig 85 Prozent der Anteile an dem in Lausanne ansässigen Mobilfunkanbieter.

Orange Communications hatte erst im vergangenen Jahr den Betrieb aufgenommen und ist mit rund 750.000 Kunden zweitgrößter Mobilfunkbetreiber in der Schweiz. Der Kaufpreis kann sich e.on zufolge in Abhängigkeit von der Gebühr für eine UMTS-Lizenz noch um bis zu rund 20 Prozent erhöhen. Den Kaufpreis erhält e.on zu einem Viertel in bar, zu drei Vierteln in Aktien der neuen Orange Communications, in die die France-Télécom-Gruppe ihre Mobilfunkaktivitäten einbringen wird.

Hartmann betonte: "France Télécom hat uns auch im Vergleich zu jüngsten Mobilfunktransaktionen einen guten Preis für unsere Orange-Beteiligung in der Schweiz geboten." Das Engagement in den Schweizer Mobilfunk hat sich nach Hartmanns Angaben für e.on gelohnt. Dem Erlös von mindestens 1,6 Milliarden Euro stehe ein e.on-Gesamtengagement in Orange Communications von nur rund 550 Millionen Euro gegenüber.