Schweizer Kredite - DER SPIEGEL
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IG FARBEN Schweizer Kredite

• aus DER SPIEGEL 35/2000
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Schweizer Großbanken waren wesentlich stärker in dubiose Geschäfte mit dem Nazi-Regime verwickelt, als sie bisher zugeben. So gewährte die Schweizerische Kreditanstalt (SKA, heute Credit Suisse Group) dem chronisch devisenschwachen IG-Farben-Konzern einen Kredit für die Kriegsproduktion in Höhe von 800 000 Franken. Die IG Farben beutete rund 350 000 Zwangsarbeiter aus, von denen etwa 30 000 in Auschwitz starben. Das Unternehmen produzierte unter anderem das Gaskammer-Gift Zyklon B. Die SKA-Direktion kam dem Nazi-Konzern im Dezember 1942 weit entgegen: »Obwohl wir in Anbetracht der gegenwärtigen Lage die Einräumung von neuen Krediten an im Ausland domizilierte Firmen grundsätzlich vermeiden, [sind] wir bereit, für ihre geschätzte Gesellschaft in Berücksichtigung unserer, alten, stets sehr angenehmen Beziehungen eine Ausnahme zu machen.« Unterlagen des wissenschaftlichen Dokumentationsdienstes Tatzkow&Partner belegen, dass die SKA und der Schweizerische Bankverein (heute UBS) der IG Farben bei der Beschaffung kriegswichtiger Rohstoffe (Platin, Industriediamanten) mittels verschleierter Finanzgeschäfte halfen. Unter dem Decknamen »Peter 200« erfolgten diese Transaktionen ab 1944 in direkter Zusammenarbeit mit Hitlers Rüstungsministerium. Heute gibt sich die Credit Suisse ahnungslos. In der unlängst veröffentlichten »Bankengeschichte« heißt es: »Die aktuellen Recherchen zeigen indessen, dass die SKA bezüglich problematischer Kunden (des NS-Systems) weder in qualitativer noch in quantitativer Hinsicht eine bedeutende Rolle spielte.«

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