Selbstkritik: BP-Chef warnt vor düsterer Zukunft - DER SPIEGEL
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Selbstkritik BP-Chef warnt vor düsterer Zukunft

BP-Chef Hayward zeigt sich schonungslos: In einer Ansprache an die Belegschaft warnte er vor einem "fürchterlichen" dritten Quartal. Das Management findet er zu riskoscheu, den Konzernaufbau viel zu kompliziert.
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London – Eigentlich müsste es jedem Ölkonzern derzeit prächtig gehen – die Rohstoffpreise erklimmen immer neue Rekorde. Doch bei BP   liegt einiges im Argen, und Konzernchef Tony Hayward hat die Probleme jetzt beim Namen genannt.

Die Ergebnisse seien so schlecht wie seit dem Jahr 1992 bis 1993 nicht mehr, sagte Hayward nach Angaben der "Financial Times" (FT) bei einem Mitarbeitertreffen im texanischen Houston. Die Zahlen für das dritte Quartal, die am 23. Oktober veröffentlicht werden, drohten "fürchterlich" auszufallen. Im zweiten Quartal 2007 war der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent auf 6,09 Milliarden Dollar gesunken.

Für den aktuellen Dreimonatszeitraum hatten Investoren schon mit schlechten Ergebnissen gerechnet. BP leide unter diversen Problemen wie sinkenden Erdgaspreisen und beschädigten Pipelines, heißt es in der "FT". Allerdings könnte das abgelaufene Geschäftsquartal nun noch schlechter ausfallen als erwartet. In einer von einem BP-Manager erstellten Analyse hieß es Hayward zufolge, die Leistung von BP sei gegenüber dem Wettbewerb um 30 Prozent gefallen.

BP gehört zu den weltweit größten Energiekonzernen, die nicht von einem Staat kontrolliert werden. Hayward übernahm den Chefposten im Mai von John Browne, der wegen einer persönlichen Affäre zurückgetreten war.

Hayward will nun den Konzern im großen Stil umbauen - und vor allem die Konzernstrukturen deutlich straffen. "Es gibt massive Doppelungen und Unklarheit darüber, wer was tut", zitiert die "FT" den Konzernchef. Nun soll unter anderem die Zahl der Unternehmenseinheiten reduziert werden. Die Unternehmenskultur müsse sich zudem dahingehend verändern, dass man eher bereit sei, gut kalkulierte Risiken einzugehen. Die Mitarbeiter müssten außerdem lange genug in einer Position bleiben, um die Konsequenzen ihres Handelns zu sehen. BP müsse sich auch endlich zu einer Führungskultur bekennen, wo man "wirklich zuhört".

Im vierten Quartal werde sich der Umsatz von BP nach Ansicht des Unternehmenschefs allerdings wieder verbessern. Atlantis und weitere Projekte im Golf von Mexiko sowie in Angola und Trinidad würden insgesamt 250.000 Barrel Öl pro Tag zusätzlich beisteuern. Texas City und Whiting sollten bis Jahresende wieder mit voller Kapazität laufen.

BP wollte sich auf Nachfrage zu dem Bericht nicht äußern. BP-Aktien verloren an der Londoner Börse deutlich.

ase/kaz/dpa/Reuters

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