Autoversicherung Marktführer HUK will höhere Beiträge durchdrücken
Rettungswagen an einer Unfallstelle: Kfz-Versicherung könnte teurer werden
Foto: Patrick Seeger/ picture-alliance/ dpaMünchen - Autoversicherer versuchen sich seit mehreren Jahren mit Niedrigpreisen zu unterbieten. Doch nach den Rabattschlachten müssen sich die deutschen Autofahrer jetzt wieder auf steigende Prämien einstellen. "Bei den Durchschnittspreisen ist eine steigende Tendenz zu erkennen", sagte Schadenversicherungsvorstand Klaus-Jürgen Heitmann vom Marktführer HUK-Coburg. "Wenn wir höhere Preise durchsetzen können, machen wir das mit", kündigte er an.
Zum ersten Mal seit sechs Jahren seien die Kfz-Prämien am Markt 2010 um 0,6 Prozent gestiegen, sagte Heitmann. Trotzdem hätten die Versicherungen für 100 Euro Prämie im Schnitt 107 Euro für Schäden und Kosten ausgeben müssen. "Bei 107 verdient der Markt kein Geld mehr, deshalb werden die Preise weiter aufwärts gehen", sagte Heitmann.
Mit Tiefpreisen wuchs die HUK-Coburg im vergangenen Jahr um vier Prozent auf 8,7 Millionen Kfz-Haftpflichtverträge und überholte die Allianz als größten Autoversicherer. Nach eigenen Angaben hat HUK-Coburg inzwischen sogar 8,8 Millionen Kunden in der Kfz-Versicherung. Aber mit einer Schaden-Kosten-Quote von 102,3 ist das Unternehmen versicherungstechnisch in die roten Zahlen gerutscht. Bis zu 100 Prozent sind die Zahlungen für Schäden und Verwaltungskosten durch Prämieneinnahmen gedeckt, oberhalb der Grenze ist das reine Versicherungsgeschäft nicht mehr profitabel. Hauptursache für die schlechtere Schaden-Kosten-Quote sei die enorme Zunahme der Winterschäden gewesen, sagte Heitmann.
HUK-Coburg steigerte die Beitragseinnahmen insgesamt um 2,5 Prozent auf fünf Milliarden Euro. Aber der Jahresgewinn fiel wegen der höheren Schadenslasten in den Kfz-, Unfall- und Sachversicherungen um elf Prozent auf 319 Millionen Euro.