Billigsupermärkte Discounter erhöhen oft die Preise
Hamburg - Discounter sind immer wieder mit Preissenkungsrunden in den Schlagzeilen - doch diese haben auch ihre Kehrseite: Manche Billigsupermärkte verteuern sogar mehr Produkte als sie verbilligen. Das hat am Dienstag der MDR unter Berufung auf den Branchendienst Preiszeiger berichtet. Er erfasst sämtliche dauerhaften Preissenkungen und -erhöhungen seit Jahresanfang direkt in den Filialen der Discounter. Wöchentliche Angebote werden dabei nicht berücksichtigt.
Demnach gab es bei Lidl seit Jahresbeginn ungefähr so viele Preissenkungen wie Preiserhöhungen. Lidl habe 356 Produkte verbilligt und 339 verteuert. Auch bei der Edeka-Tochter Netto Marken-Discount und der Rewe-Tochter Penny gab es annähernd so viele verbilligte wie verteuerte Produkte.
Bei Marktführer Aldi überwogen Preissenkungen. Aldi Nord verbilligte 256 Produkte dauerhaft und machte 81 teurer. Aldi Süd senkte die Preise für 249 Waren und erhöhte sie für 89. Auch bei Norma gab es deutlich mehr verbilligte als verteuerte Waren. Bei der vorwiegend in Ostdeutschland vertretenen dänischen Supermarktkette Netto Stavenhagen standen dagegen 219 dauerhaften Preissenkungen 234 Preiserhöhungen gegenüber.
Unter den Discountern gibt es seit dem vergangenem Jahr einen Wettbewerb um niedrigere Preise: Fast monatlich verbilligen sie Produkte, um neue Kunden zu gewinnen. Dies ist möglich, weil die Beschaffungskosten für Lebensmittel in der Finanz- und Wirtschaftskrise gesunken sind.