Die Geldfrage Ist der Bitcoin ein Betrug?
Bitcoin-Illustration
Foto: BENOIT TESSIER/ REUTERSJamie Dimon, Chef der US-Bank JPMorgan, hat eine hitzige Debatte über den Bitcoin ausgelöst. Die Digitalwährung sei "Betrug", eigne sich für Mörder oder Drogendealer und werde in sich zusammenfallen wie im Jahr 1637 die Spekulation auf Tulpenzwiebeln.
Tatsächlich ist der Kurs des Bitcoins, der von jeher stark schwankt, in den Tagen nach Dimons Schelte eingebrochen. Aber ist die Schaffung von Bitcoins oder der Handel damit illegal, wie der vielleicht mächtigste Banker der Welt damit suggeriert?
Die kurze Antwort ist: nein. Zwar werden Bitcoins gern für die Abwicklung krimineller Geschäfte genutzt, weil keine Spuren auf Bankkonten entstehen - das gilt jedoch auch für Bargeld.
Allerdings unterscheidet sich die virtuelle Währung wesentlich von herkömmlichen Währungen. Während Euro oder Dollar von Zentralbanken ausgegeben werden, kann sich grundsätzlich jeder an der Schaffung neuer Bitcoin-Einheiten beteiligen. Sie entstehen dadurch, dass ein endloser Code fortgeschrieben wird, alle Zahlungen und Guthaben werden auf einem riesigen, dezentralen Computernetzwerk gespeichert. Weder Notenbanken noch Geschäftsbanken wie JPMorgan - die durch Kreditvergabe Geld aus dem Nichts erschaffen - haben somit direkten Einfluss auf den Bitcoin.
Die deutsche Finanzaufsicht BaFin stuft Bitcoins als Finanzinstrumente ein, die auf Basis privatrechtlicher Verträge als Zahlungsmittel eingesetzt werden können. In Japan sind digitale Währungen wie der Bitcoin sogar als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt.
Dagegen hat China den Handel mit Bitcoins zuletzt weiter eingeschränkt. Als daraufhin am Donnerstag eine chinesische Bitcoin-Börse ankündigte, ihren Betrieb einzustellen, stürzte der Kurs weltweit dramatisch ab. Im Moment sieht es so aus, als könnte es Bitcoin-Spekulanten durchaus so ergehen wie einst den Käufern von Tulpenzwiebeln.
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