DAK schafft Zusatzbeitrag ab - DER SPIEGEL
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Hoher Überschuss DAK schafft Zusatzbeitrag ab

Gute Nachrichten für mehr als sechs Millionen Versicherte: Die gesetzliche Krankenkasse DAK streicht ab April den Zusatzbeitrag in Höhe von monatlich acht Euro. Der Chef der AOK bringt derweil mit provokanten Thesen die Privatversicherungen gegen sich auf.
Versichertenkarten: Zoff zwischen AOK und Privatversicherungen
Versichertenkarten: Zoff zwischen AOK und Privatversicherungen

Versichertenkarten: Zoff zwischen AOK und Privatversicherungen

Foto: Daniel Karmann / dpa
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Frankfurt am Main - Die Krankenkasse DAK Gesundheit schafft den Zusatzbeitrag ab dem 1. April wieder ab. Die mehr als sechs Millionen Versicherten der Kasse zahlen dann acht Euro weniger pro Monat. Grund für die Abschaffung sei der Überschuss, den die DAK im vergangenen Jahr erzielt habe, sagte ein Sprecher. Bundesweit lag er bei 350 Millionen Euro.

Die Krankenkasse hatte den Zusatzbeitrag im Februar 2010 eingeführt. Bei Versicherten mit einer Einzugsermächtigung ende die Zahlung automatisch. Wer einen Dauerauftrag eingerichtet hat, soll diesen nach Angaben der DAK zum April kündigen.

AOK-Chef erklärt private Versicherungen zum Auslaufmodell

Auch die AOK sorgt für Schlagzeilen. Allerdings nicht mit Entlastungen für Versicherte, sondern mit provokanten Thesen ihres Chefs. Der Vorsitzende des AOK-Bundesverbands, Jürgen Graalmann, sieht die Zeit für die private Krankenversicherung (PKV) ablaufen. "Die Lage der PKV ist ganz offensichtlich bedrohlich", sagte Graalmann. "So wie es aussieht, bekommen die Versicherer diese Krise nicht selbst unter Kontrolle."

Ein einheitlicher Versicherungsmarkt sei die logische Konsequenz. Die Politik solle dabei auf einen Ausgleich für die PKV-Unternehmen verzichten. "Wenn das heutige Geschäftsmodell der PKV gescheitert ist, darf es keine politischen Kompensationsgeschäfte geben", sagte Graalmann.

In Deutschland sind neun Millionen Menschen privat versichert. Zuletzt hatten viele von ihnen hohe Beitragssprünge verkraften müssen. Die privaten Versicherer reagierten erbost auf Graalmanns Äußerungen. "Dass der Repräsentant einer privilegierten öffentlich-rechtlichen Körperschaft wie der AOK wahrheitswidrig einen privatwirtschaftlichen Wettbewerber schlechtredet, ist eine üble Entgleisung", sagte der Direktor des PKV-Verbands, Volker Leienbach.

Auch der FDP-Gesundheitsexperte Heinz Lanfermann kritisierte, es sei unseriös einen ganzen Wirtschaftszweig als bedroht hinzustellen. Graalmann müsse bewusst sein, dass es die AOK heute in dieser Form nicht mehr gäbe, wenn die Politik nicht über Jahre geholfen hätte.

mmq/dpa