EU will Roaming-Preise doch nicht deckeln - DER SPIEGEL
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Druck der Konzerne EU will Roaming-Preise doch nicht deckeln

Wegen der Roaming-Gebühren sind Telefonate aus dem EU-Ausland oft sehr teuer. EU-Kommission Kroes wollte diese Extrakosten radikal senken, ist nach Reuters-Informationen jetzt auf Druck großer Telekom-Konzerne von diesem Plan abgerückt. Kroes' Sprecher dementiert das.
EU-Kommissarin Neelie Kroes: Eingeknickt auf Druck der Konzerne?
EU-Kommissarin Neelie Kroes: Eingeknickt auf Druck der Konzerne?

EU-Kommissarin Neelie Kroes: Eingeknickt auf Druck der Konzerne?

Foto: Julien Warnand/ dpa
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Brüssel - Mobil telefonieren und im Internet surfen soll im EU-Ausland genauso viel kosten wie zu Hause. Das war der Plan der EU-Kommission - der jetzt offenbar aufgegeben wurde. In dem neuen Reformentwurf der zuständigen Kommissarin Neelie Kroes wird der Punkt nicht mehr erwähnt.

Eine frühere Version des Dokuments sah tiefe Einschnitte bei den Gebühren vor, die Telekom-Firmen ihren Wettbewerbern für die Nutzung der Netze zahlen - das sogenannte Roaming. Die Preise dafür sollten um bis zu 90 Prozent sinken. Die Kürzungen waren Teil der Strategie für einen gemeinsamen Telekommunikationsmarkt in den 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Damit sollten neue Arbeitsplätze geschaffen und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den USA und Asien verbessert werden.

In der früheren Version hatte Kroes vorgeschlagen, die Roaming-Preise für Telefonate zwischen Juli 2014 und Juni 2022 auf 3 Cent pro Minute zu senken - 70 Prozent weniger als die 10-Cent-Deckelung, die im Juli dieses Jahres in Kraft getreten ist. Noch stärker wollte Kroes die Gebühren für die mobile Internetnutzung kappen: von derzeit 15 Cent pro Megabyte auf 1,5 Cent.

Unter Berufung auf Insider berichtet die Nachrichtenagentur Reuters, dass Vertreter der Deutschen Telekom  , von Orange  , Telecom Italia  und Telefonica   bei einem Treffen mit Kroes im vergangenen Monat ihre Vorbehalte zu den Plänen vorgetragen hätten.

Kroes' Sprecher widersprach der Darstellung: "Wir planen weiterhin, das Roaming loszuwerden." Die Kommission wolle Anfang September ein umfassendes Paket zur Reform des Telekommunikationssektors vorstellen.

nck/ade/dpa/Reuters/AFP