Flixtrain will mehr Züge fahren lassen - DER SPIEGEL
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Bahn-Konkurrent Flixtrain will Angebot massiv ausweiten

Zugreisende dürfen auf günstigere Tarife hoffen: Der Bahn-Konkurrent Flixtrain will bis 2020 deutlich mehr deutsche Städte ansteuern. Schon im Frühjahr kommt die Strecke Berlin-Köln hinzu.
Flixtrain am Hamburger Hauptbahnhof
Flixtrain am Hamburger Hauptbahnhof

Flixtrain am Hamburger Hauptbahnhof

Foto: Morris MacMatzen/ Getty Images
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Nach einem Jahr Regelbetrieb auf zwei Strecken will Flixtrain bald weitere deutsche Städte anfahren. Im Frühling werde man die Strecke Berlin-Köln in den Fahrplan aufnehmen, sagte André Schwämmlein, Chef der Mutterfirma Flixmobility. Halten soll der Zug unter anderem in Hannover, Dortmund, Essen und Düsseldorf.

Auf der bestehenden Strecke Köln-Hamburg soll bald ein dritter täglicher Zug fahren. 2020 sollen weitere Strecken hinzukommen. Flixtrain fährt derzeit zwischen Berlin und Stuttgart, zudem gibt es einen Nachtzug Hamburg-Lörrach.

Flixtrain ist auf dem deutschen Markt bisher ein eher kleiner Anbieter. Im vergangenen Jahr hat Flixtrain rund 750.000 Fahrkarten verkauft. Im Fernverkehr der bundeseigenen Deutschen Bahn waren es gut 145 Millionen.

Kunden können durch die zusätzliche Konkurrenz auf sinkende Preise hoffen. Die Strecke Frankfurt-Berlin kostet bei Flixtrain teils nur 19 Euro, wenn man früh genug bucht.

Für die Beschäftigten in der Fernreisebranche dagegen könnte die geplante Expansion negativ sein. Die Gewerkschaft Ver.di hat mehrfach die Ausbeutung von Fahrern und Lohndumping bei der Firma Flixmobility moniert .

Expansion auch ins Ausland

Flixtrain will sich nicht nur auf Deutschland beschränken: Bis 2020 wolle man erste Zugfahrten im Ausland anbieten, sagte Schwämmlein. Die ebenfalls zum Konzern gehörende Marke Flixbus verkauft bereits jetzt Fernbusfahrten in 28 Ländern.

Gescheitert ist Flixtrain mit dem Versuch, seine Züge auf die neue Paradestrecke der Deutschen Bahn zu bekommen: Berlin-München. "Das ist aktuell für uns gestorben mit dem bestehenden Wagenmaterial", sagte Schwämmlein. Denn im Fuhrpark fehlt ein ICE. Die Deutsche Bahn fährt auf der Strecke mit bis zu 300 Stundenkilometern.

Zusätzlichen Umsatz in Deutschland soll der Flixmobility nicht nur die Schiene bringen. Künftig sollen Fahrgäste in allen Bussen gegen Gebühr Sitzplätze reservieren können - bislang testet die Firma dieses Verfahren erst auf ausgewählten Verbindungen. Es soll aber weiter in jedem Bus Plätze ohne Reservierung geben, hieß es. Zudem sei geplant, ganze Busse mit Fahrer für Gruppenreisen zu vermieten.

ssu/dpa