Haushalte mussten in diesem Winter weniger heizen - DER SPIEGEL
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Milde Witterung Haushalte mussten in diesem Winter weniger heizen

Im März wurde es noch mal richtig kalt, und die Verbraucher drehten ihre Heizungen auf. Insgesamt war der Winter aber wärmer als in vergangenen Jahren. Verbraucherportale haben nachgerechnet, wie viel Geld das spart.
Qualmende Schornsteine in Straubing (Archivfoto)
Qualmende Schornsteine in Straubing (Archivfoto)

Qualmende Schornsteine in Straubing (Archivfoto)

Foto: Armin Weigel/ dpa
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Die Haushalte in Deutschland haben in diesem Winter von einer insgesamt milden Witterung profitiert. Weil vor allem die Monate Oktober und Januar wärmer als in anderen Jahren waren, ging der Bedarf an Heizenergie um drei Prozent zurück, teilte das Verbraucherportal Verivox in Heidelberg mit. Das Konkurrenzportal Check24 aus München, das mit etwas anderen Daten und Zeitintervallen rechnet, kommt sogar auf einen Rückgang von sieben Prozent. Der Verbrauch kann regional stark schwanken, je nachdem wo sich Kaltfronten festsetzen. Zudem ist die Heizperiode noch nicht zu Ende - ein paar kalte Tage können noch kommen.

Rund die Hälfte der mehr als 41 Millionen Wohnungen in Deutschland wird mit Erdgas geheizt. Wer in einer solchen Wohnung lebt, egal ob als Mieter oder Eigentümer, kann sich doppelt freuen: Zu dem geringeren Verbrauch kommen günstigere Preise. Der Verivox-Verbraucherpreisindex Gas ist innerhalb von zwölf Monaten um 4,1 Prozent gesunken und erreichte vor wenigen Tagen mit 5,6 Cent je Kilowattstunde den tiefsten Stand seit mehr als zwölf Jahren.

Der Preisrutsch und der Einfluss der Witterung lassen für Gas-Kunden einen Rückgang der Heizkosten von fünf Prozent (Verivox) oder sogar neun Prozent (Check24) erwarten. Auch das kann aber stark schwanken, je nach Regionalklima, der Bauweise des Hauses, der Effizienz der Heizungsanlage und dem individuellen Heizverhalten.

Steigende Ölpreise verderben den Spareffekt

Heizöllieferung

Heizöllieferung

Foto: Patrick Pleul/ picture alliance / Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Anders ist die Lage beim Heizöl, mit dem rund ein Viertel aller Wohnungen beheizt werden. Hier lag der Preis durchgängig über dem Vorjahr und zog in den Wintermonaten nochmals an. Gegenwärtig bewegt sich Heizöl bei rund 64 Euro für 100 Liter (bei Abnahme von 3000 Litern, inklusive Mehrwertsteuer) - so hoch wie zuletzt im ersten Halbjahr 2015. Folge: Die eingesparte Energie macht sich auf dem Konto der Verbraucher kaum oder gar nicht bemerkbar, sofern sie mit Öl heizen. Die Experten von Check 24 kommen immerhin noch auf eine Einsparung von zwei Prozent für Heizöl-Kunden, während Verivox mit Mehrkosten von rund fünf Prozent rechnet.

Gas ist damit bei gleichem Energieinhalt wieder der klar günstigere Brennstoff. Ein Vier-Personen-Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden gibt im Jahr 885 Euro für Brennstoff aus, wenn er mit Gas heizt, aber 951 Euro bei einer Ölheizung. Das war bis vor wenigen Jahren noch anders und kann sich im laufenden Jahr wieder ändern, weil Energiepreise stark schwanken.

Weiterhin unterscheiden sich die Heizkosten der Deutschen teils sehr stark. Während manche nur 550 Euro pro Jahr ausgeben müssen, sind es bei anderen Haushalten leicht mehr als 1000 Euro. Ein wichtiger Grund dafür ist der Sanierungsstand der eigenen Wohnung oder des Hauses.

Wie gut oder schlecht Sie im Vergleich zum deutschen Durchschnitt dastehen, zeigt folgende Tabelle:

oka/dpa