Hohe Inflation : Nur Mini-Plus für Arbeitnehmer - DER SPIEGEL
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Hohe Inflation Nur Mini-Plus für Arbeitnehmer

Die hohe Inflation hat die kräftigen Lohnerhöhungen des vergangenen Jahres zum großen Teil aufgefressen: Die Reallöhne stiegen 2011 lediglich um ein Prozent. In den kommenden Monaten könnte es wieder etwas mehr werden.
Heizölbetankung: Steigende Energiepreise waren die Haupttreiber der Inflation
Heizölbetankung: Steigende Energiepreise waren die Haupttreiber der Inflation

Heizölbetankung: Steigende Energiepreise waren die Haupttreiber der Inflation

Foto: Patrick Pleul/ dpa
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Wiesbaden - 2011 hat den Arbeitnehmern in Deutschland kräftige Gehaltszuwächse gebracht: Um 3,3 Prozent legten die Nominallöhne im vergangenen Jahr zu, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Übrig blieb davon allerdings nur ein Prozent - der Rest wurde von der relativ hohen Inflation aufgefressen. 2010 waren die Reallöhne noch um durchschnittlich 1,5 Prozent gestiegen, im Krisenjahr 2009 um 0,4 Prozent gesunken.

In der Langfristbetrachtung der vergangenen zehn Jahre haben die Verbraucherpreise deutlich stärker zugelegt als die Nettolöhne, wie das Statistische Bundesamt bereits im Dezember mitgeteilt hatte. Die Preise stiegen von Januar 2002 bis November 2011 demnach um 17 Prozent, der Anstieg der Löhne und Gehälter betrug 11,2 Prozent - real mussten die Arbeitnehmer also Verluste hinnehmen.

In diesem Jahr wollen die Gewerkschaften für die Arbeitnehmer mehr herausholen: Sie haben Lohnforderungen von fünf bis sieben Prozent angekündigt. Verhandlungen stehen im öffentlichen Dienst, in der Metall- und Elektroindustrie, im Bankgewerbe, in der chemischen Industrie, in der Textil- und Bekleidungsindustrie, im Kfz-Gewerbe und im Hotel- und Gaststättengewerbe an.

Erschwert wird die Durchsetzung dieser Forderungen zwar durch die sich abschwächende Konjunktur. Allerdings geht auch die Inflation zurück. Der Deutschen Bank zufolge wird die Teuerungsrate 2012 auf etwa 1,5 Prozent fallen, nach 2,3 Prozent im Vorjahr. Sollten Gewerkschaften und Arbeitnehmer es schaffen, ähnlich hohe Nominallohnsteigerungen durchzusetzen wie 2011, bliebe ihnen in diesem Jahr mehr davon übrig.

stk/AFP/Reuters