Insideraffäre Staatsanwaltschaft klagt erste Beschuldigte an
Hamburg - Knapp ein Jahr nach der Razzia bei über zwei Dutzend Finanzjournalisten und Ex-Funktionären der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) wegen des Verdachts illegaler Aktienkursmanipulationen steht nun der erste Strafprozess bevor. Die Staatsanwaltschaft hat nach SPIEGEL-Informationen gegen vier der rund 30 Beschuldigten Anklage erhoben, darunter gegen die Ex-SdK-Sprecher Markus Straub und Christoph Öfele.
Straub werfen die Ermittler Marktmanipulation und Insiderhandel in insgesamt 196 Fällen vor, Öfele soll 92-mal Insiderwissen zum Aktienkauf genutzt haben. Ihrem früheren Kollegen Tobias Bosler halten die Ermittler darüber hinaus auch Betrug vor.
Vergleichsweise glimpflich kommt in der 342-seitigen Anklageschrift der frühere Börsenbrief-Herausgeber Stefan Fiebach davon. Er soll in 165 Fällen Aktienkurse gezielt gepusht haben, wird von den Fahndern allerdings eher als Handlanger eingestuft.
Anders als Bosler und Straub war er bereits Ende Januar aus der Haft entlassen worden. Die Anwälte der Beschuldigten wollten sich zu Details nicht äußern, bereiten aber nach eigenen Aussagen umfangreiche Stellungnahmen vor.