Mit geklauten Daten Betrüger eröffnen dubiose Onlineshops
Hände auf der Tastatur: Einkauf im Netz birgt Fallstricke
Foto: Jens Kalaene/ dpaUnter den Namen ahnungsloser Internetnutzer werden laut einem Bericht des Radiosenders NDR Info massenhaft Onlineshops für gefälschte Waren eröffnet. Auch Menschen in Deutschland seien von dem Identitätsdiebstahl betroffen, meldete der Sender. Demnach fand NDR Info die Daten von 250 Betroffenen aus Deutschland und Europa, die größtenteils noch gar nichts vom Missbrauch ihrer Daten wussten.
Laut dem Bericht hatten die Bestohlenen zuvor oft Namen, Adresse und Kreditkartennummer bei Bestellungen in ähnlichen Onlineshops angegeben. Teils würden Daten auch mit Schadsoftware abgegriffen. Wochen oder Monate später seien mittels dieser Daten neue Internetseiten angemeldet worden, auf denen Plagiate von Turnschuhen, Handtaschen oder Sonnenbrillen großer Markenhersteller angeboten werden. Die anonymen Verkäufer sitzen laut dem Bericht offenbar in China.
Die Anzahl solcher mit falschen Identitäten angemeldeten Internetshops sei in den vergangenen Monaten rasant gestiegen, hieß es. In den USA gebe es bereits mehrere Sammelklagen von Markenherstellern wie Adidas oder Michael Kors, die sich auch gegen diejenigen richten, auf deren Namen die Seiten angemeldet wurden.
Wer über eine Internetrecherche feststelle, dass eine Onlineseite ohne sein Wissen angemeldet worden sei, solle Strafanzeige erstatten, sagten Experten mehrerer Landeskriminalämter dem Sender. Damit könne der Betroffene dokumentieren, dass er mit den betreffenden Seiten nichts zu tun habe. Denn laut dem Bericht sind Betroffene für die Onlineshops verantwortlich, wenn diese unter ihrem Namen laufen. Sie können somit auch haftbar gemacht werden, wenn Hersteller gegen die Fälschung ihrer Artikel vorgehen. Laut NDR Info wurden Betroffene in vergleichbaren Fällen bereits aufgefordert, rund zwei Millionen Dollar Schadensersatz zahlen.