"Kerner"-Sendung Post vermutet Bargeldklau in "Problemfiliale"
Briefe: Bei einem Test wurde Geld aus einem Drittel der Sendungen geklaut
Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpaHamburg - Es war ein Test mit ernüchterndem Ergebnis: Die Redaktion der TV-Sendung "Kerner" verschickte 40 Briefe und Pakete mit Bargeld - und bei knapp einem Drittel der Sendungen fehlten die Scheine.
Wird bei der Post also systematisch Geld geklaut? Nein, sagt der Konzern. Es handelt sich nach Meinung des Unternehmens um ein verzerrtes Testergebnis. Die Untersuchungen konzentrierten sich nun auf eine "Hamburger Problemfiliale", sagte ein Sprecher. Es gebe den Verdacht, dass dort das Geld entwendet worden sei.
Zu dem Zeitpunkt, als die Redaktion den Test durchgeführt habe, habe es noch einen anderen Inhaber der Postagentur gegeben. Man sei nun froh, dass es einen neuen Betreiber gebe. Ob der Verdacht der Post zutrifft, ist noch unklar. "Wir haben von der 'Kerner'-Redaktion noch nicht alle notwendigen Angaben bekommen", heißt es weiter.
Bargeld nur bis 500 Euro versichert
Reporter der Sat.1-Sendung "Kerner", die von SPIEGEL TV produziert wird, hatten nach Angaben der Redaktion über mehrere Tage 40 Briefe und Pakete mit Geld verschickt. Die Sendungen wurden in Hamburger Filialen aufgegeben und in die ganze Republik verschickt. Zur Tarnung wurden Geschenke und Glückwunschkarten mitgeschickt.
Als die Sendungen bei den Empfängern ankamen, fehlte bei einem Drittel das Geld. Unter den Zuschauern gab es nach dem Bericht viele Reaktionen. Hunderte von E-Mails, die vom Bargeldverlust bei Postsendungen berichten, seien eingetroffen, heißt es aus der Redaktion.
Die Post selbst nutzte den Fernsehbeitrag für eine Klarstellung: "Bargeld gehört nicht in einen normalen Brief." Obwohl Bargeld seit Jahrzehnten von den Beförderungsbedingungen für Briefe ausgeschlossen sei, schickten viele Bürger immer noch Scheine - etwa zum Geburtstag oder anderen Jubiläen. Davon sei dringend abzuraten.
Bargeld bis 500 Euro ist bei der Post nur versichert, wenn es per Express-Brief oder Paket verschickt wird. Dann wird der Transport aber auch deutlich teurer. Billiger und sicherer ist wohl immer noch die Kontoüberweisung.