Kompromiss soll Germanwings-Streik verhindern - DER SPIEGEL
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Lufthansa-Tochter droht Arbeitskampf Kompromiss soll Streik bei Germanwings verhindern

Droht bei der Lufthansa-Tochter Germanwings ein Streik? In einer Urabstimmung hat sich nach SPIEGEL-Informationen eine deutliche Mehrheit des Kabinenpersonals für einen Arbeitskampf ausgesprochen. Doch noch wird an einem Kompromiss gefeilt.
Germanwings-Werbung: Raus nach zwei Jahren
Germanwings-Werbung: Raus nach zwei Jahren

Germanwings-Werbung: Raus nach zwei Jahren

Foto: Adam Berry/ Getty Images
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - Ein Streik bei der Lufthansa-Billigtochter Germanwings zum Auftakt der Urlaubssaison ab Montag kommender Woche könnte im letzten Moment noch abgewendet werden. Es geht um höhere Löhne und verbesserte Arbeitsbedingungen für die rund 700 Germanwings-Flugbegleiter. Germanwings hat gerade erst einen großen Teil des innerdeutschen Flugverkehrs von der Lufthansa übernommen.

Zwar zeichnete sich bei den Tarifgesprächen zwischen Geschäftsführung und Abgesandten der Kabinengewerkschaft UFO (Unabhängige Flugbegleiter Organisation) bis Freitagnachmittag noch immer keine konkrete Lösung ab. Wie SPIEGEL ONLINE erfuhr, votierten zudem von über 80 Prozent aller UFO-Mitglieder, die sich an einer Urabstimmung über Streiks beteiligten, mehr als 98 Prozent für einen Ausstand.

Zu dem muss es aber nicht zwingend kommen. Nach Informationen aus Verhandlungskreisen wird derzeit über einen Kompromiss diskutiert, bei dem beide Seiten ihr Gesicht wahren könnten. Die Lufthansa möchte neuen Germanwings-Stewards und -Stewardessen künftig nur noch auf zwei Jahre begrenzte Arbeitsverträge anbieten. Die UFO-Funktionäre wollen dagegen auch unbefristete Dauerjobs schaffen.

Denkbar wäre, beides zuzulassen. Wer nur kurz Kabinenluft schnuppern möchte, könnte, wie geplant, nach zwei Jahren wieder ausscheiden. Wer dagegen Gefallen an der Fliegerei findet und sich langfristig auch finanziell weiterentwickeln will, könnte zur besser zahlenden Muttergesellschaft Lufthansa wechseln. Dort herrschen bessere Aufstiegsmöglichkeiten, außerdem werden die Lufthansa-Kabinenbeschäftigten je nach Betriebszugehörigkeit im Gehalt automatisch höhergestuft.

Sollten Detailfragen bis zum Ende der Verhandlungen heute Abend nicht mehr zu lösen sein, könnte eine der beiden Seiten die Schlichtung beantragen. Die Einschaltung eines Vermittlers hat bei der Lufthansa und ihren Ablegern Tradition. Mit diesem Kunstgriff war bereits der letzte Tarifkonflikt mit den Lufthansa-Bordbegleitern im vergangenen Herbst gelöst worden.