Forscher bestätigt Volksglauben Himmisakra! So stark schröpfen Oktoberfestwirte ihre Gäste
Ex-Fußballprofi Philipp Lahm mit Gattin Claudia auf dem Oktoberfest in München
Foto: Alexander Hassenstein/ Bongarts/Getty ImagesDie Wirte auf der Wiesn setzen ihre Preise Jahr für Jahr so sehr nach oben, dass sie damit die allgemeine Inflation weit hinter sich lassen. Das hat eine Studie ergeben. Wie Volkswirt Thomas Strobel von der italienischen Bank Unicredit ermittelt hat, steigen die Preise auf dem Oktoberfest beispielsweise in diesem Jahr um 3,1 Prozent - und liegen damit deutlich über der Entwicklung der sonstigen Verbraucherpreise.
Der Index, an dem Strobel das abliest, wird gebildet aus den Preisen für zwei Maß Bier, ein halbes Hendl und eine Fahrkarte der Münchner Verkehrsgesellschaft. 2016 lag die Wiesn-Inflation noch höher, nämlich bei 3,5 Prozent, wie die deutsche Unicredit-Tochter HypoVereinsbank am Donnerstag mitteilte.
Im Gegensatz zu den üblichen Preissteigerungen sei ein anderer Trend jedoch zuletzt unterbrochen worden: Es wird weniger getrunken. Der Pro-Kopf-Bierkonsum stieg laut Unicredit-Analyse über drei Jahrzehnte von 1985 bis 2016 kontinuierlich von rund 0,9 Litern auf einen Spitzenwert von 1,3 Litern.
2016 aber waren es durchschnittlich nur noch 1,18 Liter pro Mann beziehungsweise Frau. "Es wird interessant sein zu sehen, ob die deutlichen Preissteigerungen eventuell einen nachhaltigen Effekt auf den Bierabsatz auf dem Oktoberfest haben", sagte Strobel.
Die Maß Bier auf der Wiesn kostet inzwischen bis zu 10,95 Euro und damit im Schnitt 25 Cent mehr als vor einem Jahr.