Postkonkurrent: TNT will Briefe seltener zustellen - DER SPIEGEL
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Postkonkurrent TNT will Briefe seltener zustellen

Wenn der Postmann kaum noch klingelt: Der TNT-Konzern erwägt laut Informationen der "Welt", Briefe nur noch an drei Tagen in der Woche auszuliefern - alles andere sei "unsinnig und teuer". Damit will der Postkonkurrent die massiven Verluste im Briefmarkt ausgleichen.
Zusteller TNT: Täglicher Briefeinwurf "für die meisten Kunden nicht notwendig"
Zusteller TNT: Täglicher Briefeinwurf "für die meisten Kunden nicht notwendig"

Zusteller TNT: Täglicher Briefeinwurf "für die meisten Kunden nicht notwendig"

Foto: ddp
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Berlin - Kunden von TNT könnten zukünftig länger auf ihre Post warten müssen. Das Logistikunternehmen hält die tägliche Briefzustellung für nicht mehr zeitgemäß. "In Deutschland und den Niederladen zwingt der Staat die Post dazu, an sechs Tagen Briefe zuzustellen. Ich halte das für Unsinn. Das ist teuer und für die meisten Kunden nicht notwendig", sagte Konzernchef Peter Bakker der Tageszeitung "Die Welt" (Mittwochausgabe).

Nach Berechnungen von TNT reiche eine Briefzustellung an drei Werktagen völlig aus, um die Versorgung sicherzustellen. Allerdings sei das Thema Post überall sehr sensibel. "Die Post ist eine Ikone", so Bakker. Hintergrund der Idee: Die zunehmende Beliebtheit von E-Mails lässt den Briefmarkt dramatisch schrumpfen. TNT werde allein in diesem Jahr zwischen sieben und neun Prozent weniger Briefe zustellen, sagte Bakker laut "Welt".

Der niederländische Konzern bereite deshalb eine Abspaltung des eigenen Briefversands vor. "Was am Ende dabei herauskommt, ist offen, der Briefversand könnte als neue Gesellschaft an die Börse gehen, wir könnten Partner finden oder einen Investor als Käufer suchen", zitierte die Zeitung den Manager.

Stärkerer Fokus auf den lukrativen Expressversand

TNT würde sich in Zukunft auf das Expressgeschäft konzentrieren, das zwar sehr viel zyklischer sei als der Briefversand, aber auch erheblich größere Wachstumschancen biete - etwa in Boomregionen wie Indien, China oder Brasilien. Außerdem sei der Expressversand im Gegensatz zum Briefgeschäft kaum reguliert, so Bakker.

In der digitalen Briefpost, auf die die Deutsche Post große Hoffnungen setzt, sieht der Manager keine Rettung für das schwache Briefgeschäft. "Ich bin skeptisch, ob die Digitalisierung der Briefpost am Ende die Jobs der Briefträger retten wird", sagte der TNT-Chef der "Welt". "Die Menschen sind es gewohnt, dass eine E-Mail nichts kostet. Dann werden sie dafür auch nicht bei der Post etwas bezahlen wollen."

jok/AP/ddp