Preisstudie Gaskonzerne kassieren ab
Gasflamme auf einem Herd: Kunden werden zur Kasse gebeten
Foto: Z1022 Patrick Pleul/ dpaEssen - Deutschlands Gasversorger knöpfen ihren Kunden im Jahr durchschnittlich 90 Euro pro Haushalt zu viel ab. Das ergab nach einem Bericht der WAZ-Gruppe eine Studie im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion. Demzufolge geben die Energieunternehmen Preissenkungen in diesem Jahr nur zu zwei Dritteln an die Verbraucher weiter. Aufs Gesamtjahr gerechnet hätten die Preise um 27 Prozent sinken müssen, tatsächlich aber werde Gas 2009 nur um 20 Prozent günstiger.
Die zu Unrecht einbehaltenen Einnahmen bescherten den Konzernen Mehrerlöse von knapp einer Milliarde Euro im Jahr, kritisiert das Gutachten. Die Studie stützt sich auf bundesweite Daten des Verbraucherportals Verivox. Aktuell angekündigte Preissenkungen seien mit eingerechnet.
Bundesweiter Spitzenreiter bei den Preissenkungen: die Gaswerke Illingen im Saarland mit minus 37 Prozent. Im Vergleich der Bundesländer profitierten die Gaskunden in Thüringen dagegen mit nur minus 13 Prozent am wenigsten von den Nachlässen.
Ein Grund für die überzogenen Preise, so die Studie, sei der mangelnde Wettbewerb auf dem Gasmarkt. Die Grünen fordern als Konsequenz mehr Konkurrenz: "Viele Kunden zahlen immer noch zu viel für ihr Gas, weil die Bundesregierung ähnlich wie beim Strommarkt die Auseinandersetzung mit den großen Platzhirschen scheut", sagte Jürgen Trittin, Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, der "WAZ".
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft versprach, die Vorwürfe zu prüfen.