Rüge des Kartellamts: Berliner Wasser wird günstiger - DER SPIEGEL
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Rüge des Kartellamts Berliner Wasser wird günstiger

Verbraucher in der Hauptstadt können sich auf geringere Kosten für Wasser freuen: Das Bundeskartellamt mahnte nun die Berliner Wasserbetriebe (BWB) wegen überhöhter Preise ab - und will das Unternehmen dazu verdonnern, günstiger zu werden.
Wasserhahn: Berliner Bürger können sich auf sinkende Preise freuen
Wasserhahn: Berliner Bürger können sich auf sinkende Preise freuen

Wasserhahn: Berliner Bürger können sich auf sinkende Preise freuen

Foto: Jochen Eckel/ dpa
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Bonn/Berlin - Die deutschen Kartellwächter rügen den größten Wasserversorger der Republik. Das Bundeskartellamt hat die Berliner Wasserbetriebe (BWB) wegen überhöhter Preise abgemahnt. Das hat auch Folgen für die Einwohner der Hauptstadt: Die Wasserpreise sollen sinken.

"Nach heutigem Stand beabsichtigen wir, die Wasserbetriebe zu verpflichten, die Preise in den kommenden drei Jahren um 19 Prozent im Vergleich zu 2010 zu senken", sagte ein Sprecher des Bundeskartellamts. Das Unternehmen muss demnach 2012, 2013 und 2014 auf voraussichtlich etwa 205 Millionen Euro verzichten - Geld, das den Kunden unmittelbar zugutekommen soll.

Im März vergangenen Jahres hatte das Kartellamt ein Verfahren gegen die BWB eingeleitet. Als Vergleichsstädte dienten Hamburg, München und Köln, weil die Versorgungsbedingungen dort "strukturell mit Berlin vergleichbar" sind, wie das Kartellamt erklärte. Dabei stellte das Amt "signifikant höhere Erlöse der BWB im Vergleich zu den Wasserversorgern der anderen drei Großstädte" fest.

Die BWB haben nun Gelegenheit, zu der Abmahnung Stellung zu nehmen. Eine abschließende Entscheidung ist für Anfang des Jahres 2012 geplant.

"Die Wasserversorgung ist eines der letzten großen Monopole in Deutschland", sagte Kartellamtschef Andreas Mundt. Er hatte das Vorgehen in Berlin als Pilotverfahren bezeichnet. Zwischen den Tausenden Wasserversorgern in Deutschland gebe es erhebliche Preisdifferenzen. Verbraucherschützer haben Unterschiede von 300 Prozent ausgemacht. Die Kunden sind beim Trink- und Abwasser dem örtlichen Anbieter ausgeliefert - sie haben keine Alternativen.

Bürger erzwangen Offenlegung

In Berlin gibt es seit längerem Streit über die Wasserpreise. Bei einem Volksentscheid im Februar dieses Jahres hatten die Bürger die Offenlegung von Verträgen erzwungen. Im Rahmen einer Teilprivatisierung hatte das Landesunternehmen 1999 Verträge mit den privaten Wasserversorgern RWE und Veolia geschlossen. Umweltverbände vermuteten, dass es weitere geheime Verträge geben könnte, die mitverantwortlich für die hohen Wasserpreise sein könnten.

Die Berliner Wasserbetriebe versorgen in der Hauptstadt und im Umkreis 3,7 Millionen Menschen mit Trinkwasser und bereiten das Abwasser von 3,9 Millionen Menschen auf. Das Unternehmen mit 4500 Beschäftigten gehört zu 50,1 Prozent dem Land Berlin. Je 24,95 Prozent gehören dem Essener Energiekonzern RWE und dem französischen Veolia -Konzern. RWE prüft seit geraumer Zeit einen Verkauf seines Anteils.

mmq/AFP/Reuters