Saft und Käse billiger: Aldi überrascht mit neuem Preiskampf - DER SPIEGEL
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Saft und Käse billiger Aldi überrascht mit neuem Preiskampf

Die Verbraucher freut's, die Erzeuger leiden: Der Kampf um die Supermarktkunden geht in eine neue Runde. Überraschend hat Discount-Marktführer Aldi die Preise für Säfte und Käseprodukte gesenkt - die Konkurrenten Norma, Edeka und Penny zogen unmittelbar nach.
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Essen/Nürnberg - Der Vorstoß kam überraschend: Aldi hat erneut Preissenkungen im deutschen Lebensmittelhandel ausgelöst. Der führende Billiganbieter senkte am Donnerstag die Preise bei verschiedenen Säften in PET-Flaschen und bei einigen Käseprodukten, wie aus Anzeigen hervorgeht. Teilweise liegen die Nachlässe bei bis zu 20 Prozent.

Wie immer, wenn Aldi die Preise senkt, reagierte die Konkurrenz prompt: Aldi-Konkurrent Norma zog am Donnerstag gleich nach und kündigte ebenfalls Preissenkungen bei Säften und Käse an. Auch der größte deutsche Lebensmittelhändler Edeka will bei vergleichbaren Produkten im Billigsegment die Preise anpassen. Das werde zeitnah erfolgen, sagte ein Sprecher. Entsprechende Nachlässe werde es auch bei der Edeka-Discountertochter Netto geben, ergänzte er.

Der zur Rewe-Gruppe gehörende Discounter Penny schloss sich dem Abwärtstrend ebenfalls an und senkte die Preise für Orangensaft, Käse, Eis, Rasierklingen und Speiseöl in seinen fast 2400 Filialen in Deutschland spürbar.

Zwischen den Discountern tobt seit Anfang des Jahres ein heftiger Preiskampf. Nachdem in Folge der Wirtschaftskrise viele Rohstoffe billiger wurden, wollen die Discounter diesen Preisvorteil an die Kunden weitergeben - um damit ihre Marktanteile auszuweiten. Noch im vorigen Jahr waren die Lebensmittelpreise teils stark gestiegen.

Trotzdem kommen die Preissenkungen mitten in der Urlaubszeit überraschend. "Die Wirkung könnte in der Hauptferienzeit etwas verpuffen", sagt Discount-Experte Matthias Queck vom Handelsforschungsunternehmen Planet Retail. Vermutlich habe der Discounter die Konkurrenz überraschen wollen, mutmaßt er. Allerdings habe Aldi dieses Mal anders als sonst üblich nur eine kleine Zahl an Artikeln verbilligt.

Vor allem bei Milcherzeugern haben die Preissenkungen der vergangenen Monate von Aldi und anderen Supermarktketten zu einem ruinösen Preiskampf geführt. Derzeit erhalten Bauern nur noch rund 20 Cent für einen Liter Milch - obwohl die wenigsten damit ihre Kosten decken können. Das führt immer wieder zu massiven Protesten der Milchbauern, die sich vor allem in Süddeutschland im Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) organisiert haben.

Allerdings haben sich die aktuellen Preissenkungen bislang offenbar nicht ausgezahlt. Nach SPIEGEL-Informationen sind die Aldi-Umsätze im ersten Halbjahr dieses Jahres um 4,1 Prozent gesunken. Aldi selbst gibt traditionell keine Zahlen bekannt.

Dennoch hält Queck es für wahrscheinlich, dass der Preiskampf ab September wieder verstärkt wird. "Im Herbst wird der Kampf um Kunden wieder an Fahrt gewinnen."

yes/dpa