Sorge um Griechenland: Konsumklima in Deutschland sinkt - DER SPIEGEL
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Schlechtere Verbraucherstimmung Griechenland-Poker verunsichert die Deutschen

Erstmals seit acht Monaten hat sich die Kauflaune der Deutschen leicht verschlechtert. Konsumforscher sehen den unklaren Ausgang der Griechenlandkrise als Ursache. Dabei sehen die Deutschen für sich persönlich eigentlich keine Gefahr.
Passanten beim Shoppen in Köln: Bei großen Anschaffungen zurückhaltend
Passanten beim Shoppen in Köln: Bei großen Anschaffungen zurückhaltend

Passanten beim Shoppen in Köln: Bei großen Anschaffungen zurückhaltend

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Oliver Berg/ picture alliance / dpa

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Die Gefahr einer Staatspleite in Griechenland dämpft die Verbraucherstimmung in Deutschland. Der Konsumklimaindex für Juli sank von 10,2 auf 10,1 Punkte, wie das Marktforschungsunternehmen GfK  mitteilte. Es ist der erste Rückgang des monatlich ermittelten Wertes seit Oktober 2014. Nichtsdestotrotz befindet sich die Stimmung der Konsumenten weiterhin auf einem extrem hohen Niveau.

Doch der Verhandlungspoker zwischen Brüssel und Athen lässt die Menschen in Deutschland nicht unberührt. "Für viele sind die ganzen Verhandlungen mit der Taktiererei und den 'Spielchen' immer undurchschaubarer, immer weniger nachvollziehbar geworden", beschrieb GfK-Experte Rolf Bürkl die Stimmung. "Das führt in der Regel zu Verunsicherungen, und die sind Gift für das Konsumklima."

Im Juni schätzten die rund 2000 repräsentativ Befragten vor allem die Entwicklung der Konjunktur deutlich zurückhaltender ein als im Vormonat. Dennoch sehen die Konsumenten ihre künftige finanzielle Lage bisher nicht durch eine mögliche Insolvenz Griechenlands bedroht. Im Gegenteil: Der Indikator zur persönlichen Finanzsituation verzeichnete ein Plus von 5,2 Zählern und stieg auf 57,2 Punkte. Dies ist ein neuer Höchstwert seit der Wiedervereinigung.

Vorsicht bei teuren Anschaffungen

Für die Verbraucher stehen laut der GfK-Umfrage im Moment die gute Arbeitsmarktlage sowie die aus ihrer Sicht erfreulichen Tarifverhandlungen im Vordergrund. Dennoch sind sie weniger bereit, sich Autos, Möbel oder anderer teure Güter anzuschaffen. Das entsprechende Barometer verliert 5,6 Zähler und weist nun 57,0 Punkte auf. "Der Trend weist momentan leicht nach unten. Das Niveau ist jedoch nach wie vor sehr hoch", sagte GfK-Experte Bürkl.

Auch Ökonomen sagten, der leichte Rückgang des Konsumklimaindex dürfe nicht überbewertet werden. An den Rahmenbedingungen habe sich nichts geändert, sagte eine Analystin. "Niedrige Zinsen, bessere Einkommenserwartungen und ein stabiler Arbeitsmarkt. Der Konsum in Deutschland wird weiter laufen und einen wichtigen Beitrag zum Wirtschaftswachstum leisten."

mmq/Reuters/dpa