Strompreis 2019: Energieverband BDEW sagt Erhöhung voraus - DER SPIEGEL
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Gas und Kohle teurer Energieverband sagt höheren Strompreis voraus

Der Branchenverband BDEW rechnet für die meisten Verbraucher für das kommende Jahr mit einem höheren Strompreis. Er verlangt von Finanzminister Olaf Scholz, den Satz bei der Stromsteuer zu senken.
Stromtrasse in Bayern
Stromtrasse in Bayern

Stromtrasse in Bayern

Foto: Nicolas Armer/ dpa
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Verbraucher müssen sich 2019 auf höhere Kosten für Strom einstellen. Zu dieser Prognose kommt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Preistreiber beim Strompreis seien höhere Beschaffungskosten, sagte der Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Stefan Kapferer.

Demnach bezahlten die Unternehmen für das Lieferjahr 2017 im Durchschnitt rund 30 Euro für eine Megawattstunde Strom, 2018 seien es mehr als 50 Euro. Daneben seien fossile Brennstoffe wie Kohle und Gas teurer geworden. Es gebe deutliche Preissteigerungen beim Emissionsrechtehandel. Der Preis für CO2-Zertifikate habe sich in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdreifacht, sagte Kapferer.

Zuletzt hatten sinkende Netzentgelte für den Betrieb der großen Stromtrassen Anlass gegeben, mit Entlastung bei den Strompreisen zu rechnen. Kapferer dagegen sagte, andere Effekte seien aber stärker.

Der BDEW forderte die Regierung auf, die Abgaben beim Strom zu senken. "Im EU-weiten Vergleich der Strompreise wird eines besonders deutlich: Der deutsche Staat bittet die Haushalte bei den Steuern, Abgaben und Umlagen über Maß zur Kasse", sagte Kapferer.

Beim Strompreis machten Steuern, Abgaben und Umlagen inzwischen 54 Prozent aus. Die Strompreise für private Haushalte seien in den vergangenen zehn Jahren vor allem dadurch deutlich gestiegen.

Verband sieht hohen Strompreis als Hindernis für E-Mobilität

Kapferer forderte, Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) solle prüfen, den Satz bei der Stromsteuer massiv zu senken - und zwar auf das europarechtlich mögliche Minimum von 0,1 Cent. Dies würde 5,5 Milliarden Euro kosten, sei aber angesichts der vollen staatlichen Kassen machbar und würde die Haushalte deutlich entlasten, sagte der Verbandsvertreter.

Der Regelsteuersatz beträgt bei der Stromsteuer bisher 2,05 Cent pro Kilowattstunde. Allein die Stromsteuer macht sieben Prozent des Strompreises aus. Mit ihr nimmt der Bund pro Jahr rund 7 Milliarden Euro ein.

Der Strompreis setzt sich zusammen aus Steuern, Abgaben und Umlagen sowie den Netzentgelten der lokalen und regionalen Betreiber und Übertragungsnetzbetreiber. Dazu kommen Produktionskosten und die Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien.

Kapferer kritisierte, die hohen Steuern und Abgaben ließen den Unternehmen immer weniger Spielraum. Nur noch gut 20 Prozent des Endkunden-Strompreises seien von den Lieferanten direkt beeinflussbar. Die Kosten aus Steuern, Abgaben und Umlagen hätten sich seit 2006 mehr als verdoppelt. Dies könne auch den Umstieg auf Elektromobilität bremsen.

mmq/dpa