Verbraucherpreise Inflation verharrt auf kritischer Marke
Heizölfahrer: Der kalte Winter hat die Kosten fürs Heizen in die Höhe getrieben
Foto: dapdWiesbaden - Die Teuerung in Deutschland bleibt unter Kontrolle: Die Jahresinflationsrate habe auf dem Vormonatswert von 2,0 Prozent verharrt, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden auf Basis vorläufiger Daten mit. Die Europäische Zentralbank strebt langfristig eine Inflation unter, aber nahe bei 2,0 Prozent an.
Im Monatsvergleich erhöhten sich die Verbraucherpreise um 0,5 Prozent. Wie bereits in den Vormonaten waren leichtes Heizöl und Kraftstoffe die Hauptpreistreiber, auch Strom trug zur Teuerung bei.
Die Statistiker ziehen monatlich die Inflationsraten aus Brandenburg, Bayern, Sachsen, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen heran, um die vorläufige Teuerungsrate für Deutschland zu ermitteln.
Besonders in Sachsen, Bayern und Nordrhein-Westfalen schnellten die Verbraucherpreise nach oben - zwischen 2,1 und 2,4 Prozent. In Brandenburg und Hessen lag die Inflationsrate dagegen mit 1,8 Prozent unterhalb der kritischen Marke.
Zuletzt wurde immer häufiger die Frage gestellt, wann die Europäische Zentralbank eingreift, um die Preisstabilität zu wahren. Aufgeschreckt wurden Notenbank, Politik und Märkte schon zum Jahreswechsel, als bekanntgeworden war, dass die Inflationsrate in den 16 Euro-Ländern der Währungsunion auf 2,2 Prozent und damit auf den höchsten Wert seit gut zwei Jahren geklettert war.
Seit Mai 2009 hat die EZB den Leitzins jedoch unverändert bei historisch niedrigen 1,0 Prozent belassen. Bislang hat Notenbank-Präsident Jean-Claude Trichet auch keine Wende in der Zinspolitik in Aussicht gestellt.
Allerdings gibt es widersprüchliche Zeichen zur Inflationsentwicklung. So stieg einerseits die Kreditvergabe von Banken in der Euro-Zone im Januar um 2,4 Prozent. Die für die Zinspolitik der EZB wichtige Geldmenge M3 wuchs mit 1,5 Prozent aber nicht mehr so stark wie im Vormonat: Im Januar hatte sich die Geldmenge noch um 1,7 Prozent erhöht. "Während das schwache Geldmengenwachstum mittelfristig für gedämpfte Inflationsraten spricht, weist die anziehende Kreditnachfrage eher auf eine steigende Teuerung hin", sagte Thilo Heidrich von der Postbank.