Verbraucherschützer warnen: Banken verheimlichen Provisionen - DER SPIEGEL
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Verbraucherschützer warnen Banken verheimlichen Provisionen

Bankberater verschweigen häufig ihre Provisionen - zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Verbraucherzentralen. Selbst auf Anfrage geben viele Institute demnach nicht an, wie viel sie am Verkauf bestimmter Finanzprodukte verdienen. Damit verstoßen sie gegen geltendes Recht.
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Berlin - Viele Banken haben offenbar nichts aus der Krise gelernt und handeln immer noch provisionsgetrieben: Obwohl der Gesetzgeber die Institute verpflichtet hat, auf Anfrage Kunden über die Höhe der Provisionen für empfohlene Finanzprodukte zu informieren, verschweigen viele Institute diese. Das werfen ihnen zumindest Verbraucherschützer vor.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) veröffentlichte am Mittwoch die Ergebnisse einer Erhebung bei 280 Bankkunden, die um Offenlegung der Provisionen gebeten hatten. In 172 Fällen liegen den Angaben zufolge die Antworten der Banken vor.

Nur in zwei Prozent der Fälle legten demnach Banken die erhaltenen Provisionen vollständig offen. In mehr als der Hälfte der Schreiben werde die Auskunft über die Provisionen ganz oder teilweise verweigert, teilte der Verband mit. Auf Anfrage hätten Berater etwa Verspätungen mit hohem Arbeitsaufwand begründet oder auf Informationen im Internet verwiesen.

Die Rechtsprechung verpflichtet Banken zur Veröffentlichung von Provisionen. Der Bundesgerichtshof hatte 2006 entschieden, dass Verbraucher erfahren müssen, welche Vergütungen Banken für eine Finanzvermittlung erhalten.

Nur vier Banken handelten vorbildlich

In einem Viertel der jetzt untersuchten Fälle hätten die Kreditinstitute die Offenlegung der Provisionen mit der Begründung abgelehnt, beim Produktvertrieb habe es sich um Festpreisgeschäfte gehandelt, teilten die Verbraucherschützer mit. Dabei würden Wertpapiere auf eigene Rechnung gekauft und Gewinne durch die Differenz zwischen Ein- und Verkaufspreis gemacht.

Die andere Variante wären Kommissionsgeschäfte, bei denen die Bank als Vermittler auftritt und dafür eine Provision erhält. Die Verbraucherschützer melden aber Zweifel an, ob es sich in den entsprechenden Fällen tatsächlich um Festpreisgeschäfte gehandelt hat. Außerdem bestehe auch bei solchen Geschäften ein Eigeninteresse der Bank, das die Kunden erkennen können sollten.

In rund einem Drittel der untersuchten Fälle informierten Banken und Sparkassen zwar über Provisionen - nach Ansicht der Verbraucherschützer allerdings größtenteils völlig unzureichend. Nur vier Geldinstitute legten laut Studie die Vergütungen in klarer, verständlicher und eindeutiger Weise offen, das heißt in Euro und Cent, aufgegliedert nach einzelnen Wertpapieren und Kalenderjahren. "Das sind denkbar schlechte Voraussetzungen, um verlorengegangenes Vertrauen zurückzugewinnen", sagte vzbv-Chef Gerd Billen. "Das Spiel mit verdeckten Karten muss endlich ein Ende haben."

dis/dpa/Reuters