Versicherungen: Grenzen der Haftpflicht - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Versicherungen Grenzen der Haftpflicht

Auf die private Haftpflichtversicherung ist nicht immer Verlass. Vor allem Familien mit Kleinkindern müssen im Schadensfall fast immer selber zahlen. SPIEGEL ONLINE zeigt, worauf Sie achten müssen.
Spielender Junge läuft auf Straße: Selten versichert
Spielender Junge läuft auf Straße: Selten versichert

Spielender Junge läuft auf Straße: Selten versichert

Foto: Hans-Jürgen_Wiedl/ picture-alliance / dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die private Haftpflichtversicherung ist eine der wichtigsten Policen. Grundsätzlich gilt: Sie zahlt für Schäden, die der Versicherungsnehmer anderen zufügt. Doch für mitversicherte Kinder gilt diese Regel nicht immer, berichtet die Zeitschrift "Finanztest".

Ausnahme von der Regel

Kinder bis zum siebten Geburtstag gelten als nicht deliktfähig. Im Straßenverkehr erhöht sich die Altersgrenze sogar auf zehn Jahre. Das heißt, verursachen sie einen Schaden, gibt es rechtlich keinen Schuldigen. Folge: Der Versicherer muss nicht zahlen. Nur wenn die Eltern ihre Aufsichtspflicht nachweislich verletzt haben, muss das Unternehmen den Schaden übernehmen.

Schutz für die gesamte Familie

Dennoch möchten viele Eltern, dass ihre Versicherer auch Schäden abdecken, die ihr Kleinkind verursachen könnte - etwa, wenn es ein Auto zerkratzt oder das Fenster des Nachbarn einwirft. Aber nur etwa die Hälfte von 140 untersuchten Privathaftpflicht-Familientarifen versichern Kleinkinder mit. Meist liegt die Versicherungssumme für solche Fälle bei 5000 Euro, aber auch höhere Deckungssummen sind möglich. "Finanztest" hat Tarife mit besonders hohen Deckungssummen sowie besonders günstige Tarife mit einer Deckungssumme von mindestens 5000 Euro aufgelistet.

Noch mehr Lücken im Schutz

Es gibt noch weitere Situationen, in denen die meisten Haftpflichtpolicen nicht zahlen. So sichern nur sieben von 140 untersuchten Familientarifen sowohl die größten Risiken im Alltag als auch wesentliche Risiken im Urlaub ab - etwa Schäden an gemieteten Fahrrädern, am Mobiliar im Ferienhaus oder durch Unfälle, die der Versicherte als Surfer verursacht. Doch auch zu Hause fehlt manchmal ausreichender Schutz. Wer etwa aus Gefälligkeit bei Freunden Blumen gießt oder beim Umzug hilft und dabei etwas beschädigt, muss oft ins eigene Portemonnaie greifen. Denn viele Haftpflichtpolicen sichern solche Gefälligkeiten nicht ab, wie die "Finanztest"-Übersicht zeigt.